Enuma Elisch – der babylonische Schöpfungs-Mythos

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Enuma Elisch

(Hecker, Karl, u.a.: Texte aus der Umwelt des Alten Testament [TUAT] 3,4. Mythen und Epen II, S. 565-602)

Das babylonische Poem Enuma Elisch wurde in neuerer Zeit „Das babylonische Weltschöpfungsepos“ bezeichnet. Dieser moderne Titel ist aber nicht ganz gerechtfertigt, da die Schöpfung nur einen kleinen Teil der Gesamtkomposition ausmacht und zudem einem bestimmten Hauptthema untergeordnet ist, nämlich dem, den Aufstieg Marduks, des Stadtgottes von Babylon, von einem ursprünglich niederen Gott des babylonischen Pantheons zu dessen Anführer zu erklären und zu rechtfertigen. Marduk wurde unter Nebukadnezar I. (ca. 1125-1103 v. Chr.) offiziell zum „König der Götter“ befördert. Bruchstücke von Keilschriften mit dem Text von Enuma Elisch sind in praktisch allen Grabungsplätzen in Assyrien und Babylonien gefunden worden, die substantiellen Sammlungen literarischer Tafeln aus dem 1. Jtd. erbracht haben. Dies spricht für die weite Verbreitung des Textes. Die aus Babylonien datieren sich zwischen 600-300 v. Chr.

Die Erschaffung der Götter bis hin zu Marduk (Taf. 1,1-109)

Die Mischung von Apsu und Tiamat führt zur Entstehung der Götter. Die neu entstandenen Götter belästigen mit ihrem Tanzlärm aber Apsu und Tiamat (1,21-24). Daraufhin will Apsu sie vernichten, damit er wieder Ruhe finden kann (1,49-52). Den Göttern wird dieses Vorhaben hinterbracht. Ea, der weiseste der Götter schläfert Apsu ein und tötet ihn im Schlaf (1,69). Im getöteten Apsu richtet Ea seine Wohnung ein und zeugt dort zusammen mit seiner Gattin Damkina den Marduk. Dessen glänzende und furchterregende Gestalt mit 4 Augen und 4 Ohren (1,95) wird ausführlich beschrieben. Ea übergibt seinem Sohn die 4 Winde.

Tafel 1

1          Als oben der Himmel

noch nicht existierte und unten die Erde

noch nicht entstanden war – gab es Apsu,

den ersten, ihren Erzeuger, und Schöpferin Tiamat,

die sie alle gebar;

5          Sie hatten ihre Wasser

miteinander vermischt, ehe sich Weideland verband

und Röhricht zu finden war –als noch keiner der Götter geformt oder entstanden war,        

die Schicksale nicht bestimmt waren,

da wurden die Götter in ihnen geschaffen:

10       Lachmu und Lachamu wurden geformt

und entstanden. Während sie wuchsen und an Gestalt zunahmen, wurden Anschar und Kischar[1],

die sie übertrafen, geschaffen. Sie verlängerten ihre Tage,

vermehrten ihre Jahre. Anu, ihr Sohn,

konnte sich mit seinen Vätern messen.

15       Anu, der Sohn,

kam Anschar gleich, und Anu zeugte Nudimmud[2],

der ihm selbst gleich kam.

Nudimmud war der Meister seiner Väter: von tiefer Wahrnehmung, weise,

von großer Kraft;

viel stärker als der Erzeuger seines Vaters, Anschar,

20       hatte er nicht seinesgleichen

unter seinen göttlichen Brüdern.

Die göttlichen Brüder kamen zusammen, ihr Lärm wurde laut

und brachte Tiamat in Aufruhr.

Sie gingen Tiamat auf die Nerven und verbreiteten durch ihr Getanze Unruhe in Anduruna[3].

25       Apsu minderte nicht ihr Geschrei, und Tiamat war still vor ihnen.

Ihr Betragen mißfiel ihr, doch obwohl ihr Benehmen nicht gut war,

wollte sie sie schonen.

Zu der Zeit rief Apsu,

der Erzeuger der großen Götter,

30       den Mummu, seinen Minister, und redete ihn an: »Mummu, Minister,

der meine Freude befriedigt,

komm, laß uns zu Tiamat gehen!«

Sie gingen und setzten sich Tiamat gegenüber,

(als) sie berieten über ihre göttlichen Söhne.

35       Apsu tat seinen Mund auf und redete Tiamat…‑ an:

»Ihr Benehmen begann mir zu mißfallen,

ich finde am Tag keine Ruhe

und kann in der Nacht nicht schlafen.

Ich will ihr Benehmen vernichten und zerstreuen,

40       Auf daß Ruhe herrsche und wir schlafen können.

« Als Tiamat dies hörte, wurde sie wütend

und schrie ihren Gatten an, sie schrie schmerzlich,

wütend mit sich selbst,

grämte sich über das (geplante) Unheil:

45       »Wie können wir vernichten,

was wir schufen? Auch wenn ihr Benehmen Mißfallen verursacht,

laßt uns gütig Diszi­plin fordern.

« Darauf sprach Mummu mit einem Ratschlag für Apsu,

(wie von) einem aufsässigen Minister war der Ratschlag seines Mummu: »Vernichte, mein Vater, das rechtlose Benehmen,

50       auf daß du am Tag Ruhe findest

und in der Nacht schlafen kannst:« Apsu freute sich über ihn,

sein Antlitz strahlte,

weil er Böses ausgeheckt hatte gegen seine göttlichen Söhne.

Mummu legte die Arme um (Apsus) Nacken, er saß auf seinen Knien und küßte ihn.

55       Was sie ausheckten in ihrer Versammlung, wurde ihren göttlichen Söhnen berichtet. Die Götter hörten es

und gerieten außer sich.

Sie wurden von Schweigen erfasst

und saßen stille da. Der an Wissen überragt,

der geschickte und kundige,

60       Ea, der alles weiß,

erkannte ihre Tricks.

Er formte sie und machte sie all‑umfassend, er führte sie kunstvoll als höchste aus ‑ seine reine Beschwörung.[4]

Er rezitierte sie und legte sie auf die Wasser, er goß Schlaf über ihn aus,

als er tief schlummerte.

65       Er schläferte Apsu ein,

als er Schlaf ausgoß, und Mummu, der Ratgeber,

war in Aufregung atemlos. Er zerriß seine Sehnen,

zog ab seine Krone, nahm weg seinen Glanz

und legte ihn selbst an. Er band Apsu und tötete ihn;

70       Mummu sperrte er ein

und behandelt ihn grob.

Er errichtete seine Wohnung auf Apsu, faßte den Mummu

und hielt seinen Nasenring fest.

Nachdem Ea seine Feinde gebunden und erschlagen und den Sieg über seine Feinde errungen hatte,

75       ruhte er geruhsam in seinem Gemach, (und) nannte es Apsu,

dessen heilige Stätten er festsetzte.

Dann gründete er seine Wohnung darin, und Ea und Damkina, seine Gattin,

saßen da prächtig. Im Gemach der Schicksale,

im Zimmer der Urbilder,

80       wurde der weiseste der Weisen, der klügste der Götter, Bel[5] gezeugt.

Im Apsu wurde Marduk geboren,

im reinen Apsu wurde Marduk geboren.

Ea, sein Vater, zeugte ihn,

Damkina, seine Mutter, gebar ihn.

85       Er sog an den Brüsten von Göttinnen, Eine Kindsmagd zog ihn auf

und füllte ihn mit Schrecken. Seine Gestalt war prächtig entwickelt,

der Blick seiner Augen war blendend, sein Wuchs war mannhaft,

er war mächtig von Anfang an.

Anu, seines Vaters Erzeuger, sah ihn,

90       er jubelte und lachte;

sein Herz füllte sich mit Freude. Er machte ihn vollkommen:

seine Göttlichkeit war bemerkens­wert, er wurde sehr hoch,

sie[6] in seinen Eigenschaften überragend. Seine Gliedmaßen waren unvorstellbar wunderbar, unmöglich zu begreifen,

mit Mühe nur zu betrachten.

95       Vier waren seine Augen,

vier seine Ohren, wenn er seine Lippen bewegte,

schoß Feuer hervor.

Seine vier Ohren wurden groß und seine Augen nahmen gleicherweise alles auf.

Hervorgehoben unter den Göttern und übergroß war seine Gestalt,

100     seine Gliedmaßen waren unvergleichlich,

sein Wesen war über­groß. >Mari‑utu, Mari-utu[7], Sohn, Sonne, Sonnengott der Götter. < Er war bekleidet mit dem Glanz der 10 Götter, so erhaben war seine Stärke, die 5o Schrecken waren auf ihm versammelt. 105     Anu erschuf und gebar die vier Winde und übergab sie ihm: »Mein Sohn, laß sie wirbeln!« Er formte Staub und ließ einen Sturm ihn forttragen, er machte eine Flut, um Tiamat zu beunruhigen. Tiamat war verwirrt, Tag und Nacht war sie außer sich. Tiamat erschafft Dämonen, um Ea zu bekämpfen (Taf. 1,110-162)

Die Götter stiften Tiamat an, Dämonen zu schaffen, um gegen Ea zu kämpfen. Befehlshaber der Dämonen wird Kingu (1,147).

110     Die Götter fanden keine Ruhe, sie .……..[8].

In ihrem Sinn heckten sie Böses aus und redeten zu ihrer Mutter Tiamat:

»Als Apsu, dein Gatte, getötet wurde, gingst du nicht an seiner Seite,

sondern saßt ruhig da.

115     Die vier schrecklichen Winde wurden geschaffen, um dich in Verwirrung zu setzen,

daß wir nicht schlafen können.

Du verlorst keinen Gedanken

an Apsu, deinen Gatten, oder an Mummu, der gefangen ist.

Jetzt sitzst du allein da! Von nun an wirst du in höchster Verzweiflung sein!

120     Und was uns betrifft, die wir keine Ruhe finden,

du liebst uns ja nicht! Denke an unsere Last,

unsere Augen sind ausgetrocknet. Zerbrich das unverrückbare Joch,

auf daß wir schlafen können. Kampf hat stattgefunden,

räche sie! […] …… reduziere zum Nichts!«

125     Die Rede [hörte] Tiamat,

sie gefiel ihr: »Laßt uns Dämonen machen

[wie ih]r rietet.« [……]…

die Götter darinnen, sie planten [Böses] gegen ihre göttlichen Erzeuger.

Sie …[9] und traten Tiamat zur Seite,

130     wütenden Sinns,

ohne Ruhe bei Nacht und Tag, gierig nach Kampf,

ungestüm, wütend setzten sie eine Versammlung an,

um Streit zu erzeugen. Mutter Chubur,

die alles erschafft,[10] ­lieferte unwiderstehliche Waffen

und gebar Riesenschlangen.

135     Sie hatten scharfe Zähne,

waren gnadenlos…[11]. Mit Gift anstelle von Blut füllte

sie ihre Körper.

Sie bekleidete die fürchterlichen Drachen mit Furcht, belud sie mit Glanz

und machte sie gottgleich. »Wer sie sieht, soll jämmerlich zugrunde gehen,[12]­

140     mögen sie dauernd vorwärts anspringen

und nie sich zurückziehen!« Sie erschuf die Hydra,

den Drachen, den Haarigen Held, den Großen Dämon,

den Wilden Hund und den Skorpion­-Mensch, grimmige Dämonen, den Fisch‑Mensch und den Stier‑Mensch, die schonungslose Waffen tragen

und die Schlacht nicht fürchten.

145     Ihre[13] Anweisungen waren gewaltig,

niemand konnte sich widersetzen. Insgesamt machte sie elf von dieser Art. Unter ihren göttlichen Söhnen,

die sie zur Versammlung einrief, erhöhte sie Kingu

und machte ihn unter ihnen groß. Die Führerschaft über die Truppen,

die Leitung der Versammlung,

150     das Tragen von Waffen, das Kämpfen, das Aufbieten zum Streit,

die höchste Befehlsgewalt der Schlacht, das Oberkommando, vertraute sie ihm an

und setzte ihn auf einen Thron: »Ich habe für dich die magische Formel geworfen

und dich in der Versammlung der Götter erhöht,

ich habe dir die Herrschaft über alle Götter ausgehändigt.

155     Du bist fürwahr erhöht, mein Gatte,

du bist berühmt, laß deine Befehle vorherrschen

über alle Anunnaki[14]­«. Sie gab ihm die Schicksalstafel[15]

und befestigte sie an seiner Brust: »Dein Befehl soll nicht verändert werden,

die Äußerung deines Mundes sei beständig«. Nachdem Kingu erhöht war und die Anuwürde[16] übernommen hatte,

160     bestimmte sie das Schicksal

für seine göttlichen Söhne: »Möge der Ausspruch eures Mundes

den Feuergott bändigen, möge euer Gift durch seine Aufhäufung

Aggression niederwerfen!­«

Der Kampf der „guten“ Götter (Ea und Mitstreiter) gegen Tiamat (Tafel 2,1 – 4,122)

Der Gott Ea wird zum Kampf gegen Tiamat beauftragt, muss aber fliehen (2,1-94)

Der Gott Ea berichtet seinem Vater Anschar vom Angriffsvorhaben Tiamats (2,1-48)

 

1          Es sammelte             Tiamat

ihre Schöpfung und bereitete Kampf vor

gegen ihre göttlichen Nachkommen. Von nun an plante sie

Böses wegen Apsu. Es wurde Ea bekannt,

daß sie Streit suchte.

5          Ea hörte von dieser Sache, er fiel in seinem Gemach in Schweigen

und saß regungslos da.

Nachdem er überlegt hatte

und seine Wut sich beruhigt, lenkte er seine Schritte zu Anschar, seinem Vater.

Er trat ein vor dem Vater seines Erzeugers, vor Anschar,

10       und berichtete ihm alles,

was Tiamat ersonnen hatte:

»Mein Vater, unsere Mutter Tiamat

hat Haß gegen uns entwickelt, sie setzte eine Versammlung an

in ihrer wilden Wut. Alle Götter haben sich ihr zugewandt, auch die, die ihr zeugtet,

gehen ihr zur Seite.

15       Sie … und traten Tiamat zur Seite, wütenden Sinns,

ohne Ruhe bei Nacht und Tag, gierig nach Kampf,

ungestüm, wütend, setzten sie eine Versammlung an,

um Streit zu erzeugen. Mutter Chubur,

die alles erschafft,

20       lieferte unwiderstehliche Waffen

und gebar Riesenschlangen. Sie hatten scharfe Zähne,

waren gnadenlos Mit Gift anstelle von Blut

füllte sie ihre Körper. Sie bekleidete die fürchterlichen Drachen mit Furcht, belud sie mit Glanz

und machte sie gottgleich.

25       >Wer sie sieht, soll jämmerlich zugrunde gehen, mögen sie dauernd vorwärts anspringen

und nie sich zurück­ziehen!< Sie erschuf die Hydra, den Drachen, den Haarigen Held, den Großen Dämon, den Wilden Hund und den Skorpion­-Mensch, grimmige Dämonen, den Fisch‑Mensch und den Stier‑Mensch, 30       die schonungslose Waffen tragen und die Schlacht nicht fürchten. Ihre Anweisungen waren gewaltig, niemand konnte sich wider­setzen. Insgesamt machte sie elf von dieser Art. Unter ihren göttlichen Söhnen, die sie zur Versammlung einrief, erhöhte sie Kingu und machte ihn unter ihnen groß. 35       Die Führerschaft über die Truppen, die Leitung der Versammlung, das Tragen von Waffen, das Kämpfen, das Aufbieten zum Streit, die höchste Befehlsgewalt der Schlacht, das Oberkommando, vertraute sie ihm an und setzte  ihn auf einen Thron: >Ich habe für dich die magische Formel geworfen

und dich in der Versammlung der Götter erhöht,

40       ich habe dir die Herrschaft über alle Götter ausgehändigt.

Du bist fürwahr erhöht, mein Gatte, du bist berühmt, lass deine Befehle vorherrschen über alle Anunnaki<. Sie gab ihm die Schicksalstafel und befestigte sie an seiner Brust: >Dein Befehl soll nicht verändert werden,

die Äußerung deines Mundes sei beständig<. 45       Nachdem Kingu erhöht war und die Anuwürde übernommen hatte, bestimmte sie das Schicksal für seine göttlichen Söhne: Möge der Ausspruch eueres Mundes  den Feuergott besänftigen.

Möge euer Gift durch seine Aufhäufung Aggression niederwerfen!< Ea bekommt von Anschar den Auftrag, Tiamat zu beschwichtigen (2,49-78)

Anschar hörte das,  die Sache war sehr verwirrend.

50       Er schrie »Wehe!«  und biß sich auf die Lippen. Sein Herz war voll Wut,

sein Sinn ließ sich nicht beruhigen.

Sein Ruf zu seinem Sohn Ea war stammelnd.

»Mein Sohn, der Du den Krieg auslöstest, übernimm die Verantwortung für das,

was du allein getan hast!

55       Du hast dich aufgemacht, den Apsu zu töten, und was Tiamat betrifft, die du wütend machtest,

wer ist ihr ebenbürtig?« Der den Rat versammelt,

der gelehrte Fürst, der Schöpfer der Weisheit,

der Gott Nudimmud, mit beruhigenden Worten

und besänftigender Äußerung

60       antwortete er freundlich

[seinem] Vater Anschar:

»Mein Vater, ferner Geist,

der das Schicksal bestimmt, der die Macht hat

zu schaffen und zu vernichten,

65       ich möchte dir etwas sagen,

beruhige dich einen Augenblick und bedenke,

dass ich eine hilfreiche Tat ausführte.

Bevor ich Apsu tötete, wer konnte da schon die jetzige Lage vorhersehen?

Bevor ich ihm schnell ein Ende machte,

70       was waren das für Umstände, unter denen ich ihn vernichten musste.

« Anschar hörte das Wort, es gefiel ihm. Sein Herz entspannte sich,

und er sprach zu Ea:

»Mein Sohn, deine Taten geziemen sich für einen Gott,

du bist fähig zu einem grimmigen, unvergleichlichen Schlag …[…].

75       Ea, deine Taten geziemen sich für einen Gott, du bist fähig zu einem grimmigen, unvergleichlichen Schlag …[…].

Gehe zu Tiamat

und beschwichtige ihren Angriff, …[…]

ihre Wut mit (?) deiner Beschwörung.«

Ea kann Tiamat nicht standhalten (2,79-82)

Er hörte die Rede [seines Vaters Anschar],

80       er ergriff den Weg zu ihr,

verfolgte die Straße zu ihr. Ea ging und erkannte

die Tricks der Tiamat, [er stand still],

fiel in Schweigen und kehrte um.

Der Gott Ea berichtet seinem Vater Anschar von seinem Mißerfolg (2,83-94)

[Er] trat ein vor den erhabenen Anschar, und redete ihn reumütig an:

85       »[mein Vater], Tiamats Taten sind zu viel für mich.

Ich durchschaue ihren Plan,

aber [meine] Beschwörung war (ihm) Nicht gewachsen.

Ihre Kraft ist mächtig, sie ist voller Schrecken, sie ist insgesamt sehr stark,

niemand kann ihr entgegentreten. Ihr sehr lautes Geräusch wird nicht geringer,

90       [ich bekam Angst] vor ihrem Geschrei

und kehrte um. [Doch, mein Vater], verliere die Hoffnung nicht,

schick einen anderen gegen sie. Auch wenn die Stärke einer Frau sehr groß ist,

ist sie nicht der eines Mannes gleich. Löse ihre Hilfstruppen auf,

brich auf ihre Pläne, bevor sie ihre Hand an uns legt.«

Der Gott Anu muß vor Tiamat fliehen (2,95-118)

Anschar erteilt dem Gott Anu den Auftrag, Tiamat zu besänftigen (2,95-102)

95       Anschar schrie auf

in äußerster Wut und sprach zu seinem Sohn Anu: »Ehrenwerter Sohn,

Held, Streiter, dessen Kraft mächtig,

dessen Angriff unwiderstehlich ist,

eile und tritt vor Tiamat,

100     besänftige ihre Wut,

dass sich ihr Herz entspannt.

Wenn sie nicht auf deine Worte hört, dann rede sie mit Worten des Bittens an, damit sie besänftigt werde.«

Anu kann Tiamat nicht standhalten (2,103-106)

Er hörte die Rede seines Vaters Anschar,

er ergriff den Weg zu ihr,

erfolgte die Straße zu ihr.

105     Anu ging und erkannte

die Tricks der Tiamat, er stand still, fiel in Schweigen und kehrte um.

Anu berichtet seinem Vater Anschar von seinem Mißerfolg (2,107-118)

Er trat ein vor Anschar, den Vater, der ihn zeugte, er redete ihn reumütig an:

»Mein Vater, Tiamats [Taten] sind zu viel für mich.

110     Ich durchschaute ihren Plan,

aber meine [Beschwörung] war (ihm) nicht [gewachsen]. Ihre Kraft ist mächtig,

sie ist [voller] Schrecken. Sie ist insgesamt sehr stark,

niemand [kann ihr entgegentreten].

Ihr sehr lautes Geräusch wird nicht geringer, ich bekam Angst vor ihrem Geschrei      und kehrte um.

115     Doch, mein Vater, verliere die Hoffnung nicht,

schick einen anderen gegen sie. Auch wenn die Stärke einer Frau sehr groß ist,

ist sie nicht der eines Mannes gleich. Löse ihre Hilfstruppen auf,

brich auf ihre Pläne, bevor sie ihre Hand an uns legt.«

Ea bringt seinen Sohn Marduk ins Spiel, Anschar überträgt ihm den Kampf (2,119 – 4,34)

Marduk übernimmt den Kampf, aber möchte für den Fall seines Sieges das Königtum zugesichert wissen, insbesondere die Funktion der Schicksalsbestimmung ist ihm wichtig. Nachdem Marduk demonstriert, daß allein auf sein Wort hin ein Sternbild verschwindet und auch wieder entsteht (4,25-26), erkennen die Götter Marduk im Vorhinein als König an (4,28) und statten ihn für seinen Kampf mit Waffen aus.

Anschar erteilt dem Gott Marduk den Auftrag, Tiamat zu besänftigen (2,119-152)

Anschar verfiel in Schweigen       und starrte auf den Boden,

120     er nickte Ea zu

und schüttelte sein Haupt. Versammelt waren die Igigi

und alle Anunnaki, mit zusammengepressten Lippen

sitzen sie schweigend da. Kein Gott wollte gehen,

entgegenzutreten…[…], wollte hinausgehen gegen Tiamat…..[…].

125     Noch war der Herr Anschar,

der Vater der großen Götter, in seinem Herzen verärgert

und ließ niemand zu sich kommen. Einen mächtigen Sohn,

den Rächer seines Vaters, der zum Kampf eilte,

den Helden Marduk, den rief Ea

in sein privates Gemach,

130     um ihm seinen Plan zu erklären. »Marduk, gib acht,

höre auf deinen Vater! Du bist mein Sohn,

der mir Freude verschafft, tritt ehrfurchtsvoll vor Anschar, sprich, tritt hin und besänftige ihn durch deinen Anblick.«

135     Bel freute sich über das Wort seines Vaters, er trat heran und stellte sich vor Anschar. Anschar sah ihn,

sein Herz wurde voller Befriedigung. Er küsste seine Lippen

und legte seine Furcht ab.

»Mein [Vater], sei nicht stille, sondern sprich weiter,

140     ich will gehen und deinen Wunsch erfüllen. [Anschar], gib keinen Frieden,

sondern sprich weiter, ich will gehen und deinen Wunsch erfüllen. Welcher Mann

hat seine Schlachtordnung gegen dich aufgestellt?

Und wird Tiamat, die eine Frau ist,

dich angreifen mit ihren Waffen?

145     [Mein Vater], Erzeuger,

freu dich und sei froh, bald wirst du Tiamat auf den Nacken treten! [Anschar], Erzeuger,

freu dich und sei froh,

bald wirst du Tiamat auf den Nacken treten!« »[Gehe], mein Sohn,

der mit aller Weisheit vertraut ist,

150     besänftige Tiamat

mit deiner reinen Beschwörung.

Fahre unverzüglich mit dem Sturmwagen,

und wende sie mit einem […], das man nicht zurückschlagen kann, ab.«

Marduk will den Auftrag übernehmen, stellt aber eine Bedingung (2,153-162)

Bel freute sich über das Wort seines Vaters, mit frohem Herzen

sprach er zu seinem Vater:

155     »Herr der Götter,

Schicksal der großen Götter, wenn ich euer Rächer werden sollte,

Tiamat binden und euch am Leben erhalten sollte, dann beruft eine Versammlung ein

und verkündet für mich ein erhabenes Schicksal.

Setzt euch alle in Ubschukkinakku froh zusammen

160     und laßt mich statt euer mit meinem Wort das Schicksal bestimmen. Was immer ich einrichte,

darf nicht geändert werden, nicht soll ein Befehl von mir verändert oder aufgehoben werden!«

Anschar geht auf die Bedingung ein, er beauftragt Kaka die anderen Götter zu versammeln (3,1-66)

1          Anschar tat seinen Mund auf und sprach zu seinem Minister Kaka:

»Minister Kaka,

der meine Freude befriedigt,

ich will dich zu Lachmu und Lachamu schicken.

5          Du bist geschickt in Erkundigungen,

kannst geläufig reden, hol meine göttlichen Väter zu mir her.

Alle Götter laß herbeigeholt werden, laß sie beraten,

während sie zu Mahle sitzen. Korn sollen sie essen,

trinken sollen sie Bier

10       und (dabei) für Marduk, ihren Rächer,

das Schicksal bestimmen. Los, geh, Kaka,

und tritt vor sie hin, berichte ihnen alles,

was ich dir sage: >Anschar, euer Sohn,

hat mich geschickt, ich soll euch seine Pläne erläutern.

15       >So, unsere Mutter Tiamat

hat Haß gegen uns entwickelt, sie setzte eine Versammlung an

in ihrer wilden Wut.

Alle Götter haben sich ihr zugewandt, auch die, die ihr zeugtet,

gehen ihr zur Seite. Sie… und traten Tiamat zur Seite,

20       wütenden Sinns,

ohne Ruhe bei Nacht und Tag, gierig nach Kampf,

ungestüm, wütend, setzten sie eine Versammlung an,

um Streit zu erzeugen. Mutter Chubur,

die alles erschafft, liefert unwiderstehliche Waffen    und gebar Riesenschlangen.

25       Sie hatten scharfe Zähne, waren gnadenlos…

Mit Gift anstelle von Blut

füllte sie ihre Körper.

Sie bekleidete die fürchterlichen Drachen mit Furcht, belud sie mit Glanz

und machte sie gottgleich. >Wer sie sieht, soll jämmerlich zugrunde gehen,

30       mögen sie dauernd vorwärts anspringen

und nie sich zurückziehen!< Sie erschuf die Hydra, den Drachen, den Haarigen Held, den Großen Dämon, Den Wilden Hund und den Skorpion-Mensch, grimmige Dämonen, den Fisch-Mensch und den Stier-Mensch, die schonungslosen Waffen tragen und die Schlacht nicht fürchten. 35       Ihre Anweisungen waren gewaltig, niemand konnte sich widersetzen. Insgesamt machte sie elf von dieser Art. Unter ihren göttlichen Söhnen, die sie zur Versammlung einrief, erhöhte sie Kingu und machte ihn unter ihnen groß. Die Führerschaft über die Truppen, die Leitung der Versammlung 40       das Tragen von Waffen, das Kämpfen, das Aufbieten zum Streit, die höchste Befehlsgewalt der Schlacht, das Oberkommando, vertraute sie ihm an und setzte ihn auf einen Thron: >Ich habe für dich die magische Formel geworfen

und dich in der Versammlung der Götter erhöht, ich habe dir die Herrschaft über alle Götter ausgehändigt.

45       Du bist fürwahr erhöht, mein Gatte, du bist berühmt,

laß deine Befehle vorherrschen über alle Anunnaki<. Sie gab ihm die Schicksalstafel und befestigte sie an seiner Brust: >Dein Befehl soll nicht verändert werden,

die Äußerung deines Mundes sei beständig<. Nachdem Kingu erhöht war und die Anuwürde übernommen hatte, 50       bestimmte sie das Schicksal für seine göttlichen Söhne: >Möge der Ausspruch eures Mundes

den Feuergott besänftigen, möge euer Gift durch seine Aufhäufung

Aggression niederwerfen!< Ich sandte Anu, doch er konnte ihr nicht entgegentreten. Auch Nudimmud erschrak und kehrte um. 55       Dann kam Marduk, der Weise der Götter, euer Sohn, Tiamat entgegenzutreten, hatte er beschlossen. Er sprach zu mir und sagte: >Wenn ich euer Rächer werden sollte,

60       dann beruft eine Versammlung ein

und verkündet für mich ein erhabenes Schicksal. Setzt euch alle in Ubschukkinakku froh zusammen

Und lasst mich statt euer mit meinem Wort das Schicksal bestimmen. Was immer ich einrichte,

darf nicht geändert werden, nicht soll ein Befehl von mir

verändert oder aufgehoben werden! < 65       Bestimmt jetzt schnell ohne Aufschub euer Schicksal für ihn, auf dass er gehen und eurem starken Feind entgegentreten kann. <« Kaka führt den Auftrag aus, die anderen Götter zu versammeln (3,67-124)

Kaka ging.

Er lenkte seine Schritte Zu Lachmu und Lachamu,

und seinen göttlichen Vätern. Er warf sich nieder

und küsste den Boden vor ihnen,

70       er stand auf und sprach, als er stand, zu ihnen: »Anschar, euer Sohn,

hat mich geschickt, ich soll euch seine Pläne erläutern.

>So, unsere Mutter Tiamat

hat Haß gegen uns entwickelt, sie setzte eine Versammlung an

in ihrer wilden Wut.

75       Alle Götter haben sich ihr zugewandt, auch die, die ihr zeugtet,

gehen ihr zur Seite.

Sie…und traten Tiamat zur Seite, wütenden Sinns,

ohne Ruhe bei Nacht und Tag, gierig nach Kampf,

ungestüm, wütend,

80       setzten sie eine Versammlung an,

um Streit zu erzeugen. Mutter Chubur,

die alles erschafft, liefert unwiderstehliche Waffen

und gebar Riesenschlangen. Sie hatten scharfe Zähne, waren gnadenlos… Mit Gift anstelle von Blut

füllte sie ihre Körper.

85       Sie bekleidete die fürchterlichen Drachen mit Furcht, belud sie mit Glanz

und machte sie gottgleich.

>Wer sie sieht, soll jämmerlich zugrunde gehen, mögen sie dauernd vorwärts anspringen

und nie sich zurückziehen! < Sie erschuf die Hydra, den Drachen, den Haarigen Held, 90       den Großen Dämon, den Wilden Hund und den Skorpion-Mensch, grimmige Dämonen, den Fisch-Mensch und den Stier-Mensch, die schonungslosen Waffen tragen und die Schlacht nicht fürchten. Ihre Anweisungen waren gewaltig, niemand konnte sich widersetzen. Insgesamt machte sie elf von dieser Art. 95       Unter ihren göttlichen Söhnen, die sie zur Versammlung einrief, erhöhte sie Kingu und machte ihn unter ihnen groß. Die Führerschaft über die Truppen, die Leitung der Versammlung das Tragen von Waffen, das Kämpfen, das Aufbieten zum Streit, die höchste Befehlsgewalt der Schlacht, das Oberkommando, 100     vertraute sie ihm an und setzte ihn auf einen Thron: >Ich habe für dich die magische Formel geworfen

und dich in der Versammlung der Götter erhöht, ich habe dir die Herrschaft über alle Götter ausgehändigt.

Du bist fürwahr erhöht, mein Gatte, du bist berühmt,

laß deine Befehle vorherrschen über alle Anunnaki<. 105     Sie gab ihm die Schicksalstafel und befestigte sie an seiner Brust: >Dein Befehl soll nicht verändert werden,

die Äußerung deines Mundes sei beständig<. Nachdem Kingu erhöht war und die Anuwürde übernommen hatte, bestimmte sie das Schicksal für seine göttlichen Söhne: >Möge der Ausspruch eures Mundes    den Feuergott besänftigen,

110     möge euer Gift durch seine Aufhäufung

Aggression niederwerfen! < Ich sandte Anu, doch er konnte ihr nicht entgegentreten. Auch Nudimmud erschrak und kehrte um. Dann kam Marduk, der Weise der Götter, euer Sohn, Tiamat entgegenzutreten, hatte er beschlossen. 115     Er sprach zu mir und sagte: Wenn ich euer Rächer werden sollte,

dann beruft eine Versammlung ein

und verkündet für mich ein erhabenes Schicksal.

Setzt euch alle in Ubschukkinakku froh zusammen

120     und lasst mich statt euer mit meinem Wort das Schicksal bestimmen. Was immer ich einrichte,

darf nicht geändert werden, nicht soll ein Befehl von mir

verändert oder aufgehoben werden! < Bestimmt jetzt schnell ohne Aufschub euer Schicksal für ihn, auf daß er gehen und eurem starken Feind entgegentreten kann. <« Die anderen Götter folgen der Aufforderung Anschars und bestimmen Marduk das Schicksal (3,125-4,18)

125     Als Lachcha[17] und Lachmu das hörten, schrien sie laut. Alle Igigi stöhnten in Verzweiflung: »Was war falsch, daß sie diesen Entschluß über uns faßte? Wir wußten nicht,

was Tiamat tat.« Dann erhoben sich und gingen 130

alle großen Götter, die [Schicksale] entscheiden. Sie traten vor Anschar ein

und wurden voller [Freude], sie küßten einander,

als sie in der Versammlung […]. Sie berieten, während sie zu Mahle saßen, Korn aßen sie,

tranken Bier. 135

Mit süßem Rauschtrank

füllten sie ihren Bauch. Als sie Bier tranken

und sich gut fühlten, wurden sie sorgenfrei,

ihre Stimmung war fröhlich, und sie bestimmten für Marduk,   ihren Rächer, das Schicksal.

1          Sie errichteten ihm einen fürstlichen Sitz,

und er ließ sich vor seinen Vätern nieder, um das Königtum zu erhalten.

»Du bist der geehrteste

unter den großen Göttern, dein Schicksal ist ohnegleichen,

dein Befehl wie der des Anu.

5          Marduk, du bist der geehrteste

unter den großen Göttern, dein Schicksal ist ohnegleichen,

dein Befehl wie der des Anu. Von jetzt an soll dein Befehl nicht geändert werden, zu erhöhen und erniedrigen

steht in deiner Macht. Dein Ausspruch ist verläßlich,

deinem Befehl kann nicht wider­sprochen werden,

10       keiner der Götter wird eine von dir gezogene Grenze überschreiten.

Für den Sitz aller Götter ist

Versorgung verlangt, daß, wo ihre Heiligtümer sind,

du etabliert seist. Du bist Marduk, unser Rächer, wir gaben dir das Königtum

über die Gesamtheit des ganzen Uni­versums.

15       Nimm Platz in der Versammlung,

dein Wort wird dort hoch sein, deine Waffen sollen nicht fehlgehen,

sondern deine Feinde schlagen. Bel, wer auf dich vertraut,

dessen Leben schone, doch vernichte den Gott,

der Böses im Sinn hat.«

Die anderen Götter testen Marduk, erkennen ihn als König an und beauftragen ihn zum Kampf (4,19-34)

Sie setzten ein Sternbild in ihre Mitte

20       und sprachen zu Marduk, ihrem Sohn:

»Dein Schicksal, Bel, ist höher als das aller Götter,

Befiel und verursache Auslöschen und Wiederherstellung.

Durch dein Wort laß das Sternbild verschwinden, mit einem zweiten Befehl laß

das Sternbild wiedererscheinen.«

25       Er gab den Befehl,

und das Sternbild verschwand, mit einem zweiten Befehl

kam das Sternbild wieder ins Sein. Als seine göttlichen Väter

(das Ergebnis) seine(r) Äußerung sahen, freuten sie sich und gratulierten:

»Marduk ist König!«. Sie fügten ihm eine Keule,            einen Thron und einen Stab zu,

30       sie gaben ihm eine unwiderstehliche Waffe,

die den Feind über­wältigt: »Geh[18], schneide

Tiamat den Hals ab, und laß die Winde ihr Blut hochtragen,

um die Nachricht zu ver­breiten!« Die göttlichen Väter bestimmten des Bel Schicksal und ließen ihn den Weg von Glück und Erfolg ergreifen.

Marduk besiegt Tiamat mitsamt ihren Helfern (4,35-135)

35       Er stellte einen Bogen her

und machte ihn zu seiner Waffe, er lud einen Pfeil

und befestigte die Sehne. Er nahm seine Keule auf

und hielt sie in seiner Rechten, Bogen und Köcher hängte er

sich an die Seite. Blitze stellte er vor sich

40       und füllte seinen Körper mit Flammenzungen. Er machte ein Netz,

um die Eingeweide von Tiamat zu fangen[19], und postierte die vier Winde,

daß kein Teil von ihr entkomme. Den Südwind, den Nordwind,

den Ostwind, den Westwind stellte er neben sein Netz,

Winde, die ihm sein Vater Anu gegeben.

45       Er machte den Bösen Wind,

den Sandsturm, das Unwetter, den Vierfach‑Wind, den Siebenfach‑Wind,

den Chaos verbreiten­den Wind, den …-Wind. Er sandte die sieben Winde aus,

die er gemacht hatte, und sie stellten sich hinter ihm auf,

um Tiamats Eingeweide zu ver­wirren. Bel erhob die Sturmflut,     seine große Waffe,

50       er fuhr auf dem fürchterlichen Wagen

des unwiderstehlichen Sturms. Vier Rosse zäumte er auf

und spannte sie vor ihn, den Zerstörer, den Erbamungslosen,

den Trampler, den Schnellen. Ihre Lippen waren geöffnet,

ihre Zähne trugen Gift, Müdigkeit kennen sie nicht,          sie waren geübt vorwärtszujagen.

55       Auf seine Rechte stellte er

wütende Schlacht und Streit, auf die Linke Kampf,

der eine vereinte Schlachtreihe überwältigt. Er war gekleidet in einen Rock,

einen fürchterlichen Panzermantel, und trug auf seinem Haupt

schrecklichen Glanz. Bel schritt voran       und machte sich auf den Weg,

60       er richtete sein Antlitz

auf die wütende Tiamat. In seinen Lippen hielt er eine Beschwörung,

er packte eine Pflanze, Gift zu begegnen, mit seiner Hand. Daraufhin liefen sie um ihn herum,

sie liefen um ihn herum, seine göttlichen Väter liefen um ihn herum,

die Götter liefen um ihn herum.

65       Bel näherte sich

und musterte Tiamats Rachen, er beobachtete die Tricks

von Kingu, ihrem Gatten. Als der ihn sah,

verlor er seinen Mut, seine Entschlossenheit verließ ihn,

und er zögerte. Seine göttlichen Helfer,                 die ihm zur Seite gingen,

70       sahen den einzigartigen Helden,

und ihr Blick wurde trüb. Tiamat wendet Beschwörung an,

ohne den Hals zu wenden, auf ihren Lippen hält sie

Unwahrheit und Lügen. »[..]………..

In ihrer […] haben sie sich bei dir versammelt.«

75       Bel [erhob] die Sturmflut,

seine große Waffe, und warf sie mit folgenden Worten

auf die wütende Tiamat: »Warum bist du aggressiv und überheblich, und mühst dich,

Streit anzuzetteln? Die Jüngeren schrien

und beleidigen die Älteren,

80       aber du, ihre Mutter,

achtest Erbarmen gering. Kingu hast du als deinen Gatten benannt und unziemlicherweise ihn

zur Anuwürde bestimmt. Gegen Anschar, den König der Götter,

hast du Böses gesucht und gegen meine göttlichen Väter

Ärger bereitet.

85       Stelle deine Truppen auf,

gürte deine Waffen, du und ich wollen uns gegenüberstellen

und einen Zweikampf ma­chen.« Als Tiamat das hörte, wurde sie wahnsinnig

und verlor den Verstand. Tiamat brüllte

laut und wütend,

90       all ihre unteren Glieder

zitterten unter ihr. Sie rezitiert eine Beschwörung,

wendet wiederholt ihre magische For­mel an, während die Schlacht‑Götter ihre Waffen schärfen.

Tiamat und Marduk, der Weise der Götter, traten sich gegenüber, in Zweikampf verwickelt,

aneinandergeraten zum Kampf.

95       Bel breitete sein Netz aus

und verwickelte sie darin; er ließ den Bösen Wind, der den Rücken deckte, in ihr Gesicht los.

Tiamat öffnete ihren Mund,

um ihn hinunterzuschlucken, sie ließ den Bösen Wind herein,

so daß sie ihre Lippen nicht schlie­ßen konnte. Die wütenden Winde          drückten ihren Leib nieder,

100     ihr Inneres blähte sich auf,

und sie öffnete ihren Mund weit. Er schoß einen Pfeil ab

und durchbohrte ihren Leib, er riß ihre Eingeweide auf

und schlitzte ihr Inneres auf. Er band sie

und löschte ihre Leben aus, er warf ihren Leichnam nieder und stellte sich darauf.

105     Nachdem er Tiamat, die Anführerin, getötet hatte, verstreute sich ihre Versammlung,

und ihre Heerschar löste sich auf.

ihre göttlichen Helfer,

die ihr zur Seite gingen, wandten sich in Zittern und Furcht zur Flucht. …\…

ihr Leben zu retten,

110     aber sie waren umzingelt

und unfähig zu entfliehen. Er band sie und zerbrach ihre Waffen, und sie lagen im Netz gefangen,

in der Falle sitzend, verborgen in Winkeln,

voller Kummer, mit seiner Strafe beladen,

im Gefängnis gehalten.

115     Den elf Geschöpfen,

die mit Furcht beladen waren, den Teufels(scharen),

die ihr als Pferdeknechte zur rechten Seite gingen, denen legte er Zügel an

und band ihre Arme, zusammen mit ihren Waffen

trat er sie unter sich nieder. Und Kingu, der unter ihnen zur Macht gekommen war,

120     band er

und zählte ihn zu den Toten Göttern[20], Er nahm ihm die Schicksalstafel,

die ihm nicht zustand, siegelte sie mit einem Siegel

und heftete sie an seine eigene Brust. Nachdem der Held Marduk seine Feinde

gebunden und er­schlagen, den überheblichen Feind ..….,

125     den Sieg für Anschar

über alle seine Feinde gewonnen und den Wunsch des Nudimmud erfüllt hatte, festigte er seinen Zugriff

auf die Gebundenen Götter[21] ­und kehrte zu Tiamat zurück,

die er gebunden hatte. Bel setzte seine Füße

auf die unteren Teile Tiamats

130     und zerschmetterte mit seiner schonungslosen Waffe ihren Schädel.

Er durchtrennte ihre Adern und ließ den Nordwind (ihr Blut) hochtragen,

um die Nachricht zu verbreiten. Dies sahen seine Väter,

sie freuten sich und waren froh; sie brachten Gaben

und Geschenke zu ihm.

135     Bel ruhte, den Leichnam betrachtend, um den Klumpen zu teilen

nach einem klugen Plan.

Marduk organisiert das Universum, im Zentrum sein Haus (4,137-5,158)

Er teilte sie

wie einen Stockfisch in zwei Teile: eine Hälfte davon stellte er hin

breitete sie als Himmelsdach aus. Er breitete die Haut aus

und setzte eine Wache ein,

140     das Wasser nicht herauszulassen,

wies er sie an. Er durchschreitet den Himmel,

überprüft die Himmelsteile und paßte sie an den Apsu, die Wohnung Nudimmuds, an. Bel maß

die Gestalt des Apsu und errichtete Escharra

als Ebenbild von Eschgalla.

145     In Eschgalla, Escharra, das er erbaut hatte,

und im Himmel ließ er in ihren Heiligtümern

Anu, Enlil und Ea sich einrichten.

1          Er schuf den himmlischen Standort        f

ür die großen Götter und errichtete Sternbilder,

die Muster der Sterne. Er bestimmte das Jahr,

bezeichnete die Grenzen, und stellte für zwölf Monate

je drei Sterne hin.

5          Nachdem er das Jahr

eingeteilt hatte, bestimmte er den himmlischen Standort von Neberu[22],

um die Sternab­stände festzulegen. Damit keiner sündige

oder nachlässig sei, legte er die himmlischen Standorte

von Enlil und Ea mit ihm fest.[23] Er öffnete Tore         an beiden Seiten

10       und brachte rechts und links        starke Riegel an. In ihren[24] Bauch

stellte er die (Himmels)höhen. Und erschuf Nannar[25],

dem er die Nacht anvertraute. Er bestimmt ihn zum Schmuckstück der Nacht,

um die Tage festzulegen. Und Monat für Monat ohne Unterlaß

erhöhte er ihn mit einer Krone.

15       »Am Monatsanfang

scheine über dem Land, leuchte mit Hörnern,

um sechs Tage zu bestimmen. Am siebenten Tage soll die Krone

halbvoll sein, am 15. Tag, in der Hälfte des Monats, stehe in Opposition.

Wenn Schamasch[26] dich am Horizont [sieht],

20       nimm in den richtigen Stufen ab und leuchte rückwärts.

Am 29. Tag nähere dich dem Pfade von Schamasch, .

[…] 30. Tag stehe in Konjunktion und konkurriere mit Schamasch.

Ich habe [….]. das Zeichen,

folge seiner Spur, nähere dich..[……] und fälle Urteil.

25       .[……]. Schamasch,           zügele [Mond] und Gewalt,

  1. 26-45 nur geringe Spuren erhalten.

46       Die Wachen von Nacht und Tag [………].

Den Speichel, den Tiamat [……],

machte Marduk […..]..,

er sammelte ihn und machte ihn zu Wolken.

50       Das Toben des Windes,

heftige Regenstürme, das Schwallen des Nebels – die Aufhäufung ihres[27] Speichels – das wies er sich selbst zu

und nahm er in seine Hand. Er legte ihren Kopf hin

und goß..[…] aus, er öffnete die Tiefe,

und sie wurde gesättigt mit Wasser.

55       Aus ihren beiden Augen ließ er Euphrat und Tigris fließen, er verschloß ihre Nasenlöcher,

aber ließ…. Er häufte auf ihre Brust

die fernen [Berge] Und bohrte Brunnen,

um die Quellen zu lenken. Er drehte ihren Schwanz

und band ihn ans Durmach[28],

60       […]..den Apsu

unter seine(n) Füßen.

[Er stellte] ihren Unterleib auf – er keilte den Himmel fest – (so) breitete er [die Hälfte von ihr] aus

und befestigte sie als Erde. [Nachdem] er sein Werk innerhalb von Tiamat beendet hatte, [bereitete er] sein Netz aus

und ließ es ganz heraus.

65       Er inspizierte Himmel und Erde..[.]. […] ihre Bindung …………

Nachdem er seine Satzungen formuliert

und [seine] Entscheidungen geformt hatte,

brachte er Leitseile an

und legte sie Ea in die Hand. [die Tafel der] Schicksale, die Kingu genommen und getragen hatte,

70       übernahm er als Beute

und schenkte sie Anu. [Das..]. der Schlacht, das er umgebunden oder auf seinen Kopf gesetzt hatte, [.].

brachte er vor seine Väter. [Und] was die elf Geschöpfe betrifft, die Tiamat gemacht und …

hatte, deren Waffen zerbrach er

und band sie[29] an seine Füße.

75       Er machte Bilder von ihnen

und stellte sie am [Tor] des Apsu auf[30], als ein Zeichen, dass man es nie vergesse.

Die Reaktion der Götter auf die Weltgründung durch Marduk

[Die Götter] sahen es

und waren jubelnd glücklich, (nämlich) Lachmu und Lachamu

und alle seine Väter. Anschar [umarmte] ihn

und verkündete seinen Titel »Siegreicher König«,

80       Anu, Enlil und Ea

machten ihm Geschenke. Mutter Damkina, seine Gebärerin, jubelte ihm zu, mit einem reinen Festgewand

brachte sie sein Antlitz zum leuchten.

Dem Usmu[31], der ihr Geschenk für die gute Nachricht brachte,

[gab er] das Amt des Ministers des Apsu und die Fürsorge für die Heiligtümer.

Die Igigi[32] versammelten sich

und erwiesen ihm Ehrerbietung, ein jeder der Anunnaki küsste ihm seine Füße. Sie alle [versammelten sich],

ihre Unterwürfigkeit zu beweisen. Sie standen [……].

und verneigten sich: »Siehe, der König!« Seine Väter [……]

und sättigten sich an seiner Schönheit,

90       Bel lauschte ihren Worten,

gegürtet mit dem Staub der Schlacht. .[…………]……,

und salbte seinen Leib mit .[…] Zedernduft. Er zog [sein] fürstliches

Gewand an, mit einer Krone des Schreckens

als königlichem Glanz.

95       Er nahm seine Keule auf

und hielt sie in seiner Rechten, [………].

Fasste er mit der Linken.

  1. 97-99 weitgehend abgebrochen.

100     Das Szepter des Heils und des Erfolgs

[hängte er] an seine Seite. Nachdem [er seinen] Glanz […… hatte],            

schmückte er sein Netz, den Apsu,

mit einem schreckli[chen…].

hatte sich niedergelassen wie.[……….] in [seinem] Thronsaal [………..]

105     In seiner Zella [………].

Ein jeder der Götter [……….].

Lachmu und Lachamu.[………].

Öffneten ihren Mund

und [sprachen] zu den Igigi-Göttern: »Früher war Marduk unser geliebter Sohn,

110     jetzt ist er euer König,

achtet auf seinen Befehl!« Danach redeten sie alle zusammen:

»Sein Name ist Lugaldimmerankia[33],

vertraut ihm!« Als sie Marduk die Königswürde gegeben hatten,

redeten sie ihn mit einem Segenspruch für Glück und Erfolg an:

115     »Von heute an bist du

der Versorger unserer Heiligtümer, was immer du befiehlst, werden wir tun!«

Marduk tat seinen Mund auf zu reden,

zu seinen göttlichen Vätern sprach er:

»Oberhalb des Apsu, der smaragdenen Wohnstatt,

120     gegenüber Escharra,

das ich für euch baute, unterhalb der himmlischen Teile,

deren Boden ich stark machte, will ich ein Haus als meine luxuriöse Wohnstatt bauen.

Darin will ich sein Heiligtum begründen, mein Gemach anlegen

und mein Königtum etablieren.

125     Wenn ihr vom Apsu heraufkommt zur Versammlung,

sei dort euer Ruheplatz vor der Versammlung.

Wenn ihr vom Himmel herabsteigt zur [Versammlung], sei dort euer Ruheplatz vor der Versammlung.

Ich will seinen Namen Babylon nennen,

die Häuser der Großen Götter<[34],

130     darin wollen wir ein Fest veranstalten:

Dies wird das Abendfest sein.

« Die [göttlichen] Väter hörten diese seine Rede, .[………]..

sagten sie: »

Bezüglich all dessen, was deine Hände erschufen, hat wer dein [ … ]?

135     Bezüglich der Erde, die deine Hände erschufen, hat wer dein [ … ] ?

In Babylon, wie du es nanntest, errichte unseren Ruheplatz auf ewig.

[……] sollen sie unsere regelmäßigen Opfer bringen,

Zz. 140‑150 weitgehend abgebrochen.

151     Die Götter verneigten sich

und sprachen [zu ihm], sie sprachen zu Lugaldimmerankia, ihrem Herrn:

»Früher, Herr, [warst du unser geliebter] Sohn,

nun bist du unser König,

…[……].

155     Er, der . [.]. [. uns] am Leben erhielt, ..

[……G]lanz von Keule und Szepter. Möge er Pläne haben [……].

.[…]  

Eine Zeile fast ganz zerstört.

Marduk erschafft die Menschen als Diener der Götter (6,1-120)

1          Als Marduk die Rede der Götter hörte, bekam er den Wunsch,

kunstvolle Dinge zu schaffen.

Er öffnete seinen Mund,

um zu Ea zu sprechen, was er in seinem Herzen erwogen hatte,

berät er.

5          »Ich will Blut zusammenbringen

und Knochen formen, ich will den Lullu[35] ins Leben rufen,

dessen Name >Mensch< sein soll. Ich will den Lullu‑Menschen erschaffen, auf den die Mühsal der Götter gelegt sein soll, damit diese Ruhe haben. Ich will die Gestaltung der Götter kunstvoll verändern: 10       Obwohl gemeinsam verehrt, sollen sie in zwei geteilt sein.« Ea antwortete, indem er ein Wort zu ihm sprach und bezüglich der Ruhe der Götter seine Bemerkungen machte. »Laß einen von ihren Brüdern ausgeliefert werden. Laß ihn untergehen, damit Menschen geschaffen werden können. 15       Laß sich die großen Götter versammeln und laß den Schuldigen ausgeliefert werden, damit sie bestätigt werden mögen.« Marduk versammelte die großen Götter, um mit gütigen Anweisungen seinen Befehl zu geben. Als er sprach, achteten die Götter auf ihn; 20       der König sprach ein Wort zu den Anunnaki: »Euer früherer Eid war wirklich verläßlich, (drum) erzählt mir (auch jetzt) die heilige Wahrheit: Wer ist es, der zum Krieg anstiftete, der Tiamat zum Aufstand veranlasste und den Kampf in Gang brachte? 25       Der soll ausgeliefert werden, der zum Krieg anstiftete, daß ich dem seine Strafe auferlege; ihr aber sitzet in Ruhe.« Die Igigi, die großen Götter, antworteten ihm, dem Lugaldimmerankia, dem Ratgeber der Götter, ihrem Herrn: » Kingu ist es, der zum Krieg anstiftete, 30       der Tiamat zum Aufstand veranlasste und den Kampf in Gang brachte.« Sie banden ihn und hielten ihn vor Ea fest, Sie legten ihm die Strafe auf und schnitten sein Blut (gefäße) durch. Aus seinem Blut erschuf er die Menschheit, legte ihr den Dienst für die Götter auf und befreite die Götter. 35       Nachdem der weise Ea die Menschheit geschaffen hatte und den Dienst für die Götter ihr auferlegt hatte – dieses Werk ist unmöglich zu begreifen, denn mit der Kunstfertigkeit Marduks hat Nudimmud geschaffen – teilte König Marduk die Götter, 40       alle die Anunnaki in obere und untere Gruppen. Er bestimmte 300 im Himmel zur Bewachung der Weisungen Anus und setzte sie als Wachen ein. Als nächstes regelte er die Gestaltung der Unterwelt. In Himmel und Unterwelt ließ er 600 Götter sitzen. 45       Nachdem er alle Weisungen geregelt und den Anunnaki von Himmel und Unterwelt die Einkünfte zugeteilt hatte, öffneten die Anunnaki den Mund und sprachen zu Marduk, ihrem Herrn. » Jetzt, Herr, da du unsere Freiheit eingerichtet hast, 50       welchen Gefallen können wir dir tun? Laßt uns ein Heiligtum machen, dessen Name wohlbekannt ist: Dein Gemach wird unser Ruheort sein, in dem wir uns ausruhen können. Laßt uns ein Heiligtum anlegen und darin einen Sockel, worin wir uns ausruhen können, wenn wir (das Werk) beenden.« 55       Als Marduk das hörte, strahlte er so hell wie der lichte Tag: »Erbaut Babylon, die Aufgabe, die ihr gesucht habt. Laßt Ziegel dafür geformt werden und errichtet das Heiligtum!« Die Anunnaki schwangen die Hacke. 60       Ein Jahr lang strichen sie die nötigen Ziegel. Als das zweite Jahr herankam, errichteten sie den First von Esagil, eine Nachbildung des Apsu. Sie erbauten den hohen Tempelturm des Apsu, und richteten sein(en) ... für Anu, Enlil und Ea als Wohnstätte ein. 65       Er saß majestätisch vor ihnen und musterte seine[36] Hörner,

die mit der Basis von Escharra eben waren.

Nachdem sie die Arbeit an Esagil vollendet hatten, errichteten die Anunnaki alle

ihre eigenen Heiligtümer.

Die 300 Igigi des Himmels und die 600 des Apsu waren alle versammelt. ­[37]

70       Bel ließ in dem erhabenen Heiligtum,

das sie als seine Wohnung gebaut hatten, seine göttlichen Väter

zum Gastmahl sich niedersetzen. »Dies ist Babylon,

eure festgelegte Wohnstätte, vergnügt euch hier,

setzt euch in Freude!« Es setzten sich die großen Götter,

75       Bierkrüge wurden aufgestellt,

und sie saßen beim Gastmahl. Nachdem sie sich darin erfreut hatten,

hielten sie im ehrfurchtsgebietenden Esagil einen Fürbittritus. Bestätigt wurden die Weisungen

und alle Regeln: Die Standorte von Himmel und Unterwelt

teilten alle Götter.

80       Das Kollegium der 50 großen Götter setzte sich, die sieben Götter der Schicksale wurden bestimmt,

Entscheidungen zu fällen. Bel erhielt den Bogen, seine Waffe,

und legte ihn vor sich: Seine göttlichen Väter sahen das Netz,

das er gemacht hatte.

Es sahen, wie kunstvoll die Gestalt des Bogens gearbeitet war,

und priesen, was er gemacht hatte, seine Väter.

Anu hob ihn hoch in der Versammlung der Götter

Und küsste ihn mit den Worten >Er ist meine Tochter! < Er nannte die Namen des Bogens folgendermaßen: »Langes Holz« war der erste; der zweite war »Möge er das Ziel treffen«. 90       Mit dem dritten Namen, »Bogenstern«[38],

ließ er ihn am Himmel leuchten, er bestimmte seine Himmelsposition

zusammen mit seinen göttlichen Brüdern.

Nachdem Anu das Schicksal des Bogens bestimmt hatte, gründete er einen königlichen Thron,

der auch für einen Gott erhaben war. Anu setzte ihn in die Versammlung der Götter.

95       Es versammelten sich die großen Götter, sie machten das Schicksal Marduks erhaben

und verbeugten sich.

Sie sprachen einen Fluch über sich selbst aus Schworen mit Wasser und Öl

und legten ihre Hand an die Kehle.

Sie gewährten ihm das Recht

auf Königsherrschaft über die Götter

100     und bestätigten ihn als Herrn der Götter von Himmel und Unterwelt.

Anschar gab ihm seinen erhabenen Namen Asalluchi[39]: »Bei der Nennung seines Namens

laßt uns Unterwerfung bezeugen! Wenn er spricht,

sollen die Götter auf ihn achten, sein Befehl sei oben und unten überragend.

105     Der Sohn, unser Rächer, sei hoch erhaben, seine Herrschaft sei hoch erhaben,

seinesgleichen habe er nicht.

Möge er die Schwarzköpfigen[40],

seine Geschöpfe, als Hirte leiten, und sie mögen ohne zu vergessen für zukünftige Tage von seinen Taten erzählen.

Möge er für seine Väter großzügige Speiseopfer einrichten,

110     ihre Versorgung übernehmen,     ihre Heiligtümer pflegen und Rauchopfer verbrennen,

um ihr Allerheiligstes zu erfreuen. Möge er auf Erden das Gleiche tun,

was er im Himmel getan hat, laß ihn die Schwarzköpfigen bestimmen,

ihn zu verehren. Die untertänigen Menschen sollen daran denken

und ihre Götter anrufen,

115     da er es befahl,

sollen sie ihre Göttinnen achten. Speiseopfer mögen <für> ihre Götter und Göttinnen gebracht werden,

mögen sie nicht vergessen werden, sondern sie ihre Götter in Erinne­rung halten, und mögen sie …

ihre …, ihre Heiligtümer …[41].

Auch wenn die Schwarzköpfigen irgendeinen, einen anderen Gott ver­ehren sollten,

120     ist er der Gott von einem jeden von uns!

Die Götter nennen die 50 Namen Marduks (6,121-7,144)

Auf, laßt uns seine 50 Namen nennen, (von ihm,) dessen Auftreten glänzend, dessen Handeln ebenso ist. (1)

Marduk, wie ihn sein Vater Anu von Geburt an nannte, der Weide und Tränke bestellt,

den Stall gedeihen läßt.

125     Der mit seiner Waffe, der Sturmflut, die Prahler band, und seine göttlichen Väter

aus der Not rettete. Er ist der Sohn,

der Sonnengott der Götter, der blendende, in seinem strahlenden Licht

mögen sie ewig wandeln. Den Menschen,

die er erschuf, den lebenden Wesen,

130     legte er den Dienst für die Götter auf,

damit diese ruhen können.

Schöpfung und Untergang,

Vergebung und Bestrafung geschehen auf seinen Befehl,

so laßt sie auf ihn schauen. (2)

Marukka: Er ist der Gott, der sie schuf, der den Anunnaki Muße, den Igigi Ruhe verschaffte.

135     (3) Marutukku: Er ist das Vertrauen von Land, Stadt und ihren Menschen,

drum sollen die Menschen für ewig auf ihn achten. (4)

Merschakuschu: Wild und doch besonnen,

ärgerlich und doch nachgiebig, sein Sinn ist weit,

sein Herz umfassend. (5) Lugaldimmerankia ist der Name, mit dem wir alle ihn rufen,

140     dessen Befehl wir über den seiner göttlichen Väter erhöhten.

Er ist der Herr aller Götter

von Himmel und Unterwelt, der König, auf dessen Verfügungen die Götter oben und unten schaudern. (6)

Narilugaldimmerankia ist der Name, den wir ihm gaben,

der alle Götter versorgt. Der in der Zeit der Not unsere Wohnung in Himmel und Unterwelt anlegte,

145     der die himmlischen Stationen zwischen Igigi und Anunnaki aufteilte, auf seinen Namen hin mögen die Götter zittern

und auf ihrem Sitz zagen. (7) Asalluchi ist der Name,

mit dem ihn sein Vater Anu rief, er ist das Licht der Götter,

ein mächtiger Held, der, wie sein Name sagt,

ein Schutzgeist für Gott und Land ist

150     und in einem fürchterlichen Zweikampf unsere Wohnung in der Zeit der Not rettete. (8)

Asalluchi‑Namtilla riefen sie ihn zweitens,

den lebensschenkenden Gott, der übereinstimmend mit seiner (Namens)form die verlorenen Götter wiederherstellte,

der Herr, der mit seiner reinen Beschwörung die toten Götter wiederbelebte,

laßt uns ihn preisen als den Vernichter der gekrümmten Feinde.

155     (9) Asalluchi‑Namru, wie sein Name drittens genannt wird, der reine Gott,

der unser Benehmen reinigt.«

Anschar, Lachmu und Lachamu je

riefen ihn bei drei seiner Namen, dann sprachen sie zu ihren göttlichen Söhnen:

»Wir haben je ihn genannt bei drei seiner Namen,

160     nun nennt auch ihr wie wir seine Namen.« Die Götter freuten sich,

als sie ihre Rede hörten,

in Ubschukkinaku hielten sie eine Versammlung:

»Unseres heldenhaften Sohns,

unseres Rächers, (und) unseres Versorgers Namen laßt uns erhöhen!«

165     Sie setzten sich in ihrer Versammlung,

riefen die Schicksale und nannten mit allen geziemenden Riten seinen Namen:

Tafel VII

1         (10) Asarre, das Ackerland schenkt       

und Pflugland einrichtet, der Gerste und Flachs erschafft

und das Grün wachsen läßt. (11) Asaralim, der im Beratungsraum angesehen,

dessen Rat überragend ist, die Götter achten darauf

und bekommen Furcht vor ihm.

5          (12) Asaralimnunna, der Vornehme,

das Licht seines Vaters und Erzeugers, der die Entscheidungen von Anu, Anlil und Ea,

d. i. Ninschiku, lenkt. Er ist ihr Versorger,

der ihr Einkünfte zuweist, dessen Tiara den Überfluß für das Land vermehrt.

(13) Tutu ist er, der ihre Erneuerung schafft,

10       möge er ihre Heiligtümer reinigen,          daß sie ruhen können. Möge er eine Beschwörung machen,

daß die Götter Ruhe finden, obwohl sie sich wütend erheben, laß sie sich zurückziehen. Er ist fürwahr erhaben

in der Versammlung seiner göttlichen [Väter], keiner unter den Göttern

kann ihm [gleichkommen].

15       (14) Tutu‑Ziukkinna, das Leben [seiner] Armee,

der für die Götter den reinen Himmel erschuf, der für ihren Lauf Verantwortung übernahm

und [ihren Standort] bestimmte, möge das unter den Sterblichen nicht vergessen werden, sondern laß sie seine Taten [behalten].

(15) Tutu‑Ziku riefen sie ihn drittens,

der Reinigung verschafft,

20       der Gott des guten Hauchs,

der Herr von Erfolg und Gehorsam, der Reichtum und Wohlstand erzeugt,

Überfluß verschafft, der alles Geringe,

das wir haben, in Überfülle verwandelt, dessen guten Hauch wir in der schlimmsten Notzeit atmeten,

mögen (die Menschen) befehlen,

daß er dauernd gepriesen werde und sie ihm Verehrung erweisen.

25       Als (16) Tutu‑Agaku viertens laßt die Menschen ihn verherrlichen,

Herr der reinen Beschwörung,

der die Toten wiederbelebt, das Mitleid mit den Gebundenen Göttern zeigte,

der das auferlegte Joch auf seine göttlichen Feinde warf,

und, um sie zu schonen, die Menschheit erschuf[42].

30       Der Barmherzige, in dessen Macht es steht wiederzubeleben,

mögen seine Worte sicher und nicht vergessen sein im Munde der Schwarzköpfigen,

die seine Hände erschufen.

Als (17) Tutu Tuku fünftens möge ihr Mund für seinen reinen Zauberspruch Ausdruck geben,

der alle Bösen mit seiner reinen Beschwörung ausriß.

35       (18) Schazu, der das Herz der Götter kennt, der das Innere sah,

der keinen Übeltäter entkommen ließ. Der die Versammlung der Götter einrichtete,

ihre Herzen erfreute, der die Ungehorsamen unterwarf,

er ist der umfassende Schutz der Götter. Er ließ die Wahrheit gedeihen

und merzte verstockte Rede aus,

40       er trennte Falschheit und Wahrheit.

Als (19) Schazu‑Zisi zweitens laßt sie ihn dauernd preisen,

der die Angreifer unterwirft,

der die Bestürzung von den Körpern seiner göttlichen Väter entfernte. (20) Schazu‑Suchrim drittens,

der alle Feinde mit der Waffe ausriß, der ihre Pläne durcheinanderbrachte und zu Wind machte.

45       Er löschte aus alle Bösewichter,

die sich ihm entgegenstellten, mögen die Götter immer Beifall rufen in der Versammlung. (21) Schazu‑Suchgurim viertens,

der seinen göttlichen Vätern Erfolg verschaffte, der Feinde ausriß

und ihre Nachkommen vernichtete, der ihre Taten zerstreute,

ohne etwas von ihnen übrigzulassen.

50       Möge sein Name im Lande

ausgesprochen und verkündet werden! Als (22) Schazu‑Zachrim fünftens

mögen ihn spätere Generationen erörtern, der jeden Rebellen vernichtet,

die Ungehorsamen alle, der alle flüchtigen Götter

in Heiligtümer eintreten ließ, möge dieser sein Name Bestand haben.

55        Als (23) Schazu‑Zachgurim sechstens

mögen ihn alle überall verehren, der selbst alle Feinde

in der Schlacht vernichtete. (24) Enbilulu ist er, der Herr,

der sie mit Überfluß versorgt, ihr großer Auserwählter, der Speiseopfer bereitstellt,

der Weide und Tränke in Ordnung hält und für das Land einrichtete,

60       der Wasserläufe öffnete

und Wasser in Fülle verteilte.            

(25f) Enbililu‑Epadun, Herr von Allmende und…, mögen sie ihn zweitens [rufen], Kanalinspektor von Himmel und Unterwelt, der die Saatfurche zieht, der reines Ackerland im offenen Land einrichtet, der Bewässerungsgraben und ‑kanal leitet,

die Saatfurche absteckt.

Als (26) Enbilulu‑Gugal, Kanalinspektor der Wasserläufe der Götter, sollen sie ihn drittens preisen,

65       Herr von Überfluß, Fülle und großen Erträgen. Der für Fülle sorgt,

die menschlichen Wohnstätten reich macht, der Weizen gibt,

Getreide hervorbringt. (27) Enbilulu‑Chegal, der für die Menschen . . .

Überfluß aufhäuft, der Reichtum auf die weite Erde regnen läßt

und mit üppigem Grün versorgt.

70       (28) Sirsir, der einen Berg über Tiamat aufhäufte,

der Tiamats Leichnam mit [seinen] Waffen plünderte,

der Wächter des Landes, ihr[43] treuer Hirte, dessen Haar Pflanzenwuchs,

dessen Tiara eine Saatfurche ist,

der in seiner Wut immer wieder das weite Meer überschritt,

75       und der wie auf einer Brücke immer wieder den Platz des Zweikampfs mit ihr überschritt.

(29) Sirsir‑Malach nannten sie ihn zweitens ‑ so sei es –

Tiamat war sein Schiff, er war ihr Schiffer.

(30) Gil, der dauernd Getreidehaufen aufschüttet, enorme Hügel,

der Korn und Herden erschafft und dem Lande Samen schenkt.

80       (31) Gilima, der das Band der Götter sicher machte

und Beständigkeit schuf, eine Falle, die sie überwältigt, aber auch Gunst verteilt.

(32) Agilima, der erhabene, der die Krone ablegt, für Schnee sorgt,

der die Erde auf dem Wasser erschuf und die Höhe des Himmels festmachte.

(33) Zulum, der den Göttern Weideland zuweist und, was er schuf, aufteilt,

85       der Einkommen und Speiseopfer gibt und Heiligtümer verwaltet.

(34) Mummu, Schöpfer von Himmel und Unterwelt, der Flüchtlinge beschützt, der Gott,

der Himmel und Unterwelt reinigt, zweitens Zulummu,

dem wegen seiner Stärke kein anderer unter den Göttern gleichkommt. (35) Gischnumunab,

Schöpfer aller Menschen, der die Weltteile machte,

90       der Tiamats Götter vernichtete und aus ihren Teilen die Menschen machte.

(36) Lugalabdubur, der König, der Tiamats Taten zerstreute und ihre Waffen ausriß,

dessen Fundament vorne und hinten sicher ist[44].

(37) Papgalguenna, erster aller Herren, dessen Stärke erhaben ist,

der unter seinen göttlichen Brüdern der größte ist, der edelste von ihnen allen.

95       (38) Lugaldurmach, König des Bandes der Götter, der Herr von Durmach[45],

der im königlichen Wohnsitz der größte ist, unendlich erhabener als die anderen Götter.

(39) Aranunna, Ratgeber Eas,

Schöpfer seiner göttlichen Eltern, dessen fürstlichem Gang kein anderer Gott gleichkommt. (

40) Dumuduku, der im Duku[46] für sich seinen reinen Wohnsitz erneuert,

100     Dumuduku, ohne den Lugalduku keine Entscheidung fällt.

(41) Lugalschuanna, der König, dessen Stärke unter den Göttern erhaben ist,

der Herr, die Stärke Anus,

der Übergroße, den Anschar erwählt hat.

(42) Irugga, der sie alle im Meere plünderte, der alle Weisheit erfaßt,                 der im Verständnis umfassend ist.

105     (43) Irkingu, der Kingu im .. .

der Schlacht plünderte, der alle Entscheidungen lenkt

und Herrschaft errichtet. (44) Kinma, der alle Götter leitet,

der Rat gibt, auf dessen Namen hin sich die Götter wie vor einem Sturm ängstlich niederbeugen.

(45) Dingir‑Esiskur, möge er im Hause der Segnung sich erhaben setzen,

110     mögen die Götter ihre Gaben vor ihn bringen,

bis er ihr Geschenk empfange.

Niemand außer ihm erschafft kunstvolle Dinge, die vier (Regionen)

der Schwarzköpfigen sind seine Schöpfung,

außer ihm kennt keiner der Götter die Zahl ihrer Tage.

115     (46) Girru, der die Waffen scharf macht, die kunstvollen Dinge erschuf in der Schlacht mit Tiamat, umfassend an Weisheit,                erfahren im Verständnis, ein tiefer Geist, den die Götter insgesamt nicht begreifen.

(47) Addu sei sein Name, den ganzen Himmel bedecke er,

120     möge er mit seiner schönen Stimme auf die Erde donnern,

der Donner möge die Wolken füllen und den Menschen unten Unterhalt verschaffen.

(48) Ascharu, der ‑ wie sein Name sagt ‑ die göttlichen Schicksale betreute,

er ist fürwahr der Aufseher über insgesamt alle Menschen.

Als (49) Neberu möge er den Übergang von Himmel und Unterwelt halten,

125     man sollte weder oben noch unten hinübergehen, sondern auf ihn warten. Nelberu ist sein Stern,

welchen er am Himmel leuchten ließ, möge er auf der himmlischen Leiter seinen Stand nehmen,

so daß man ihn sehen kann.

Ja, wer immer wieder ohne zu ruhen das Meer überschreitet, dessen Name sei Neberu,

der die Mitte einnimmt,

130     Möge er den Pfad der Sterne des Himmels beständig machen

und wie Schafe alle Götter weiden,

möge er Tiamat binden und ihr Leben in tödliche Gefahr bringen, für zukünftige Menschen,

für ferne Tage in Zukunft bleibe er unbehindert,

bestehe er bis in Ewigkeit.

135     Weil er den Himmel erschuf

und die Erde machte, nannte Vater Enlil ihn mit seinem eigenen Namen

(50) >Herr der Länder<. Die Namen, die die Igigi riefen, alle hörte Ea, und sein Herz wurde froh. »Was! Er, dessen Namen seine Väter prächtig machten, 140     wie der meinige sei sein Name (51) >E­a<. Alle meine Riten soll er verwalten, alle meine Entscheidungen soll er übernehmen. « Mit dem Wort >fünfzig< benannten die großen Götter seine 50 Namen und verliehen ihm eine überragende Stellung. Schlußmahnung (7,145-162)

145     Sie sollten in Erinnerung gehalten werden, ein Führer sollte sie erläutern,

der Weise und Gebildete sollte sie gemeinsam beraten, ein Vater sollte sie wiederholen

und seinen Sohn lehren, dem Hirten und Hüter

sollte sie jemand erklären. Wer nicht nachlässig ist

gegenüber Marduk, dem Enlil der Götter,

150     dessen Land wird blühen,

und er selbst heil sein. Denn sein Wort ist verlässlich      und sein Befehl unveränderlich, kein Gott kann verändern

den Ausspruch seines Mundes. Wenn er wütend umherschaut,

dann gibt er nicht nach, wenn sein Ärger entflammt,

kann ihm kein Gott entgegentreten.

155     Sein Sinn ist tief,

sein Herz allumfassend, vor der Sünde und Frevel gesucht sind.

Die Anleitung, die ein Führer vor ihm[47] wiederholte,

legte er schriftlich nieder,so daß die Nachfahren sie hören können. [ … ]. Marduk,

der die Igigi‑Götter erschuf,

160     obwohl sie … vermindern,

sollen sie [seinen] Namen anrufen. ……

das Lied von Marduk, der Tiamat vernichtete

und die Königswürde annahm.

 

[1] Anschar und Kischar bedeuten etwa „Himmlisches“ bzw. „Irdisches All“.

[2] Nudimmud ist ein anderer Name für Ea.

[3] Anduruna als sumerischer Name bedeutet etwa „himmlische Wohnung“.

[4] Beachte die Aposiopesis, bei der das Wichtige erst am Ende der Phrase genannt wird. Ähnlich wird II 127-128 Marduks Name bis zum Schluß zurückgehalten. [5] Bel, akkadisch gleich „Herr“, ist Marduk. [6] Gemeint sind die anderen Götter. [7] Durch eine falsche Ethymologie erhält Marduks Name (in seiner sumerischen Form amar-utu + ak = „Jungstier des Sonnengottes“) die Bedeutung „der Sohn, die Sonne“. [8] Akkadisch šá-ri-šá unklar. [9] im-ma-as-ru-nim-ma unklar. [10] Z. 133-140: Dieser Abschnitt, die einzige Passage, in der Tiamat Chubur (ein Fluß in der Unterwelt) genannt wird, ist aus einer vorhandenen Quelle übernommen. Eigentlich nennt er 8 bestimmte Ungeheuer, die er in den drei allgemeinen Schilderungen des Erschaffens zu 11 zusammenzählt. Zusammen mit ihrem Anführer Kingu ergibt sich somit eine Summe von 12, eine astrologisch bedeutende Zahl. Die Idee ist aus der Ninurta-Mythologie entlehnt, in der diesem Gott 11 Siege zugeschrieben werden. [11] Unklares at-ta-‚-i. [12] Hier in Z. 140 spricht Tiamat. [13] Der Tiamat. [14] Die Anunnaki sind eine kollektive Bezeichnung für alle großen Götter. [15] Das Schicksal waren Regeln, nach denen das gesamte Universum funktionierte und denen nicht einmal die Götter entgehen konnten. Die Vorstellung ist hier, dass diese Regeln  auf einer Keilschrifttafel aufgezeichnet sind. Der Gott oder die Götter, welche(r) die Macht hatte(n), dieses Schicksal zu ändern, besaß so die oberste Macht. In Enuma eliš vermittelt der Besitz dieser Tafel solche Macht. [16] Die „Anuwürde“ bedeutet soviel wie „höchster Rang“. [17] Lachcha begegnet nur hier anstelle von Lachmu. [18] Hier reden wohl die göttlichen Väter. [19] In den Zeilen bis 48 sind es wie in I 105-108 Winde, die Tiamat („das Meer“) verwirren, aber das Netz ist für ein solches Szenarium ungeeignet. Es ist aus der Ninurta-Mythologie entlehnt. [20] Die toten Götter und die Gebundenen (oder Vernichteten) Götter waren zwei traditionelle Göttergruppen, die in irgendeiner Schlacht besiegt und in die Unterwelt geschickt worden waren. [21] Siehe Anm. 20. [22] Neberu „Jupiter“ ist der Stern Marduks. [23] Die 23 Sterne, die mit ihrem heliakischen Aufgang angeblich jede Zahntagesperiode eines 360-Tagejahrs bezeichneten, marschierten nach babylonischer Vorstellung in strenger Reihenfolge wie Soldaten unter einem Offizier über den Himmel. Die einzige vom Autor von Enuma eliš eingefürhte Neuerung ist, dass er Marduks Stern Neberu zum Oberkommandeur befördert. [24] Gemeint ist Tiamat. [25] Nannar ist der babylonische Mondgott. [26] Schamasch ist der Sonnengott. [27] Der Tiamat. [28] Durmach ist das kosmische Seil, von dem man annahm, dass es die verschiedenen Schichten des Universums zusammenhielt, um zu verhindern, dass sie auseinanderdriften. [29] D.h. die 11 Geschöpfe. [30] Das Tor des Apsu war das Heiligtum Eas in Babylon zur zeit des Verfassers. Die Verse 75-76 sollten daher ohne Zweifel bestimmte Darstellungen dort ätiologisch erklären. [31] Usmu – auch Isimun geschrieben – war Eas Minister. [32] Igigi ist eine andere kollektive Bezeichnung für die Götter. [33] Lugaldimmerankia bedeutet „König der Götter von Himmel und Unterwelt“. [34] „Häuser der großen Götter“ ist eine freie Übersetzung von Babylon, welches in Wirklichkeit „Tor Gottes“ bedeutet. [35] Lullu bedeutet auf Sumerisch „Mensch“. [36] Bezieht sich wohl auf „Tempelturm“ in Z. 63. [37] Obwohl in allen erhaltenen Abschriften bezeugt, ist diese Zeile eine unberechtigte Einfügung aus der antiken Topographie von Babylon. Sie widerspricht den Zeilen 39-44 oben. [38] Der Bogenstern ist nicht der Regenbogen. [39] Asalluchi war der ursprünglich in der Stadt Kuar (nahe bei Eridu) verehrte Sohn des Ea. Er wurde dann mit Marduk identifiziert. [40] „Die Schwarzköpfigen“ ist eine poetische Umschreibung für „Mensch“. [41] Trotz der grundsätzlichen Gleichförmigkeit aller erhaltender Handschriften liegt in den Zeilen 116-118 eine beträchtliche Textverderbnis vor, für die es bisher keine Lösung gibt. [42] Die Zeilen 25-29 spielen auf Mythen(versionen) an, die nicht in Enuma Elisch enthalten sind. [43] „ihr“ bezieht sich auf die Menschen des Landes. [44] „vorne und hinten bezieht sich auf die kosmische Treppe, die – wie man sich vorstellte – die verschiedenen Schichten des Alls verband. [45] Vgl. oben, Anm. zu V 59. [46] Duku ist ein anderer Name für Apsu. [47] Das heißt vor Marduk.

 

The oldest love poem in history

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The oldest poem in history
Museum of Archaeology, Istanbul

‚Bridegroom, dear to my heart; goodly is your beauty, honeysweet; lion, dear to my heart‘. These are the passionate words of a lover to a king, from more than 4,000 years ago, in the oldest known love poem ever found.

The loving words were passed down over generations, eventually inscribed on an 8 th century BC Sumerian cuneiform tablet small enough to fit in the palm of one’s hand. It was uncovered in the 1880s in Nippur, a region in what is now Iraq, and has been held by The Istanbul Museum of the Ancient Orient ever since.

Historians say the words were recited by a bride of Sumerian King Shu-Sin, fourth ruler of the Third Dynasty of Ur, who reigned between 2037 and 2029 BC, and used as a script for a ceremonial recreation of the sacred marriage. It would have been sung at the New Year festival, and at banquets and festivals accompanied by music and dance.

The full translation of the poem is as follows:

 

Bridegroom, dear to my heart,

Goodly is your beauty, honeysweet,
Lion, dear to my heart,
Goodly is your beauty, honeysweet.

Bridegroom, let me caress you,
My precious caress is more savory than honey,
In the bedchamber, honey-filled,
Let me enjoy your goodly beauty,
Lion, let me caress you.

My precious caress is more savory than honey.
Bridegroom, you have taken your pleasure of me,
Tell my mother, she will give you delicacies,
My father, he will give you gifts.

You, because you love me,
Give me pray of your caresses, 

My lord god, my lord protector,
My SHU-SIN, who gladdens ENLIL’s heart,
Give my pray of your caresses

Uruk Vase, with procession of naked priests carrying gifts to Inanna’s shrine. Inanna greeting them at its door marked by her gateposts. Alabaster. 3′. Uruk, Mesopotamia. Fourth millennium BCE.

According to the Sumerian belief, it was a sacred duty for the king to marry a priestess every year in order to make the soil and women fertile. The ritual of sacred marriage involved the re-enactment of the union of two deities, usually Inanna/Ishtar and Dumuzi/Tammuz. Thus, the priestess represented Inanna, the goddess of fertility and sexual love, while the king represented Dumuzi, on the eve of their union.

J. Stuckey (2005) describes the ritual of the sacred marriage:

From extant hymns, we can piece together what happened in the ritual. First, Inanna was bathed, perfumed, and adorned, while Dumuzi and his retinue processed towards her shrine.

The famous Uruk vase may represent this procession. All the while, temple personnel sang love songs, many of which are extant. Resplendent Inanna greeted Dumuzi at the door, which, on the Uruk vase, is flanked by her signature standards (gateposts), and there he presented her with sumptuous gifts. Subsequently, the pair seated themselves on thrones, although sometimes the enthronement took place only after sexual consummation. The deities entered a chamber fragrant with spices and decorated with costly draperies. Lying down on a ceremonial bed constructed for the occasion, they united in sexual intercourse. Afterwards, pleased by and with her lover, Inanna decreed long life and sovereignty for him and fertility and prosperity for the land.

Muazzez Hilmiye Cig, a retired historian at the Museum, who worked with Professor Samuel Noah Kramer in 1951 to identify and translate the text, explained that the Sumerians “believed that only love and passion could bring them fertility, and therefore praised pleasures”.

In the agriculture-based Sumerian community, she said, lovemaking between the king and the priestess would have been seen as a way to ensure the fertility of their crops, and therefore the community’s welfare, for another year.

The inscriptions on the winged lions

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Long time ago, Sennacherib, the mighty ruthless king, posted this text on the wall (actually on a pair of winged lions – apsasāt – that guarded the entrance) of the palace he
built for his queen Tašmetum-šarrat in Nineveh.

Here is the translation from Assyrian:

„And for Tašmetum-šarrat, the queen, the wife, my love, whose features Belet-ili (the goddess of creation) has made more beautiful than all other women, I had a palace of love, joy and pleasure built.

By the order of Aššur, father of the gods, and heavenly queen Ištar, may we both live long in health and happiness in this palace and enjoy well- being to the full!“

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Sumerian Lexicon

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The following lexicon contains 1,255 Sumerian logogram words and 2,511 Sumerian compound words. A logogram is a reading of a cuneiform sign which represents a word in the spoken language. Sumerian scribes invented the practice of writing in cuneiform on clay tablets sometime around 3400 B.C. in the Uruk/Warka region in the south of ancient Iraq. [The etymology of ‚Iraq‘ may come from this region, biblical Erech. Medieval Arabic sources used the name ‚Iraq‘ as a geographical term for the area in the south and center of the modern republic.] The Sumerian language spoken by the inventors of writing is known to us through a large body of texts and through bilingual cuneiform dictionaries of Sumerian and Akkadian, the language of their Semitic successors, to which Sumerian is not related. These bilingual dictionaries date from the Old Babylonian period (1800-1600 B.C.), by which time Sumerian had ceased to be spoken, except by the scribes. The earliest and most important words in Sumerian had their own cuneiform signs, whose origins were pictographic, making an initial repertoire of about a thousand signs or logograms. Beyond these words, two-thirds of this lexicon now consists of words that are transparent compounds of separate logogram words. I have greatly expanded the section containing compounds in this version, but I know that many more compound words could be added.

Many cuneiform signs can be pronounced in more than one way and often two or more signs share the same pronunciation, in which case it is necessary to indicate in the transliteration which cuneiform sign is meant; Assyriologists have developed a system whereby the second homophone is marked by an acute accent (´), the third homophone by a grave accent (`), and the remainder by subscript numerals. The homophone numeration here follows the ‚BCE-System‘ developed by Borger, Civil, and Ellermeier. The ‚accents‘ and subscript numerals do not affect the pronunciation. The numeration system is a convention to inform Assyriologists which, for example, of the many cuneiform signs that have the reading du actually occurs on the tablet. A particular sign can often be transcribed in a long way, such as dug4, or in a short way, such as du11, because Sumerian was like French in omitting certain amissable final consonants except before a following vowel. Due to this lexicon’s etymological orientation, you will usually find a word listed under its fullest phonetic form. Transcriptions of texts often contain the short forms, however, because Sumerologists try to accurately represent the spoken language. Short forms are listed, but you are told where to confer.

The vowels may be pronounced as follows: a as in father, u as in pull, e as in peg, and i as in hip. Of the special consonants, gtilde is pronounced like ng in rang, h is pronounced like ch in German Buch or Scottish loch, and š is pronounced like sh in dash.

Following the definitions, the lexicon may indicate in a smaller font the constituent elements of words that in origin were compound words, if those elements were clear to me. Etymologies are a normal part of dictionary-making, but etymologies are also the most subject to speculation. It is possible that, in some cases, I have provided a Sumerian etymology for what is actually a loanword from another language. I encourage scholars to contact me with evidence from productive roots in other proto-languages when they have reason to believe that a Sumerian word is a loan from another language family. In light of the Sumerian propensity for forming new words through compounding in the period after they invented cuneiform signs, it should not be surprising to find this same propensity in words dating from before their invention of written signs. The structure and thinking behind the Sumerian vocabulary is to me a thing of beauty. We are fortunate to be able to look back into the minds of our prehistoric ancestors and see how they thought and lived via the words that they created.

The lexicon’s etymological orientation explains why the vocabulary is organized according to the phonetic structure of the words, with words sharing the same structure being listed together and alphabetically according to their final consonants and vowels, as this method best groups together related words. This principle has been abandoned after words of the structure CVC(V) in this version, as words that are phonetically more complex than this do not group together by meaning. The phonetically more complex words and the compound words are listed alphabetically simply by their initial letters.

Click here for the lexicon in pdf

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The Standard of Ur

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The Standard of Ur is a wonderful example of Mesopotamian artistic achievement that reveals a wealth of information about one of the world’s great ancient civilisations. This object was discovered by the archaeologist C. Leonard Woolley during excavations at ancient Ur (modern Tell al-Muqayyar), in southern Mesopotamia (south Iraq). The most spectacular discoveries at Ur were made within a cemetery of the Early Dynastic III period (c. 2600–2300 BC), that Woolley named ‘The Royal Cemetery’. Here, among hundreds of more modest burials, were sixteen graves that he distinguished as ‘Royal Tombs’ because of their construction, abundance of grave goods and evidence of elaborate burial rituals and human sacrifice. The Standard was discovered in the corner of one of the tomb chambers of a Royal Tomb (PG 779) that had been thoroughly robbed in antiquity.

  
It was named at the time of its discovery by Leonard Woolley who initially proposed that it may have been carried on a pole like a battle standard, but its original function is unknown. The two rectangular panels of engraved shell figures and mosaic tesserae of lapis lazuli, red limestone, and shell were originally attached to wood that did not survive being buried in a tomb for thousands of years. These two panels which are sometimes referred to as ‘War’ and ‘Peace’ were discovered lying back-to-back and crushed, with some of the pieces displaced. The shape of the wooden mount that these panels are fixed on today is based on Woolley’s suggestion that there were also two truncated triangular shaped end panels. However, the arrangement of the inlays on the end panels is speculative.
The Standard is an excellent example of Mesopotamian narrative art; the scenes illustrate a story or a sequence of events. It is almost certain that what is shown on the two main panels of the Standard are consecutive episodes of the same story – the end of a victorious battle of a king of Ur and the banquet or ritual celebrations after the battle.

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The Chicago Assyrian Dictionary

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The CAD (Chicago Assyrian Dictionary) project was initiated in the early 1920s, not long after James Henry Breasted founded the Oriental Institute in 1919, and barely one hundred years after the decipherment of the cuneiform script. This initial decipherment, and the soon-to-follow achievements in understanding the languages in which the hundreds of thousands of clay tablets were inscribed, opened an unsuspected treasure-house for the study and appreciation of one of the world’s oldest civilizations.

The Chicago Assyrian Dictionary was conceived to provide more than lexical information alone, more than a one-to-one equivalent between Akkadian and English words. By presenting each word in a meaningful context, usually with a full and idiomatic translation, it recreates the cultural milieu and thus in many ways assumes the function of an encyclopedia. Its source material ranges in time from the third millennium B.C. to the first century A.D., and in geographic area from the Mediterranean Sea in the west to the Zagros Mountains in the east.

Completed in 2010, the Chicago Assyrian Dictionary has become an invaluable source for the study of the civilizations of the ancient Near East, their political and cultural history, their achievements in the sciences of medicine, astronomy, mathematics, linguistics, and the timeless beauty of their poetry.

You can donlowd or visit the website of the dictionary HERE

The looting of the Iraqi museum 2003

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The Iraqi Museum, one of the most important Archaeological museums in the world, suffered a major catastrophe with the attack of looters equipped with glass cutting instruments, cranes, and trucks for a period of 48 hours undeterred, on the 10th of April 2003.
This short video includes reporting and interviews with Iraqi citizens, Museum officials, and US officials.

Video

The looting campaign did not only stop at this one museum, but museums across Iraq were emptied by looters. Archaeological sites across the country were reduced to bare grounds. It is estimated that the total area of excavated archaeological sites in Iraq looted equals the area of 3000 football fields.

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The complete archive of Akleel Al-ward magazine by the Dominican fathers in Mosul

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Akleel Al-ward is the first Iraqi non-governmental magazine, published in Mosul between 1902 and 1908. It was published in 3 languages (Arabic, Syriac and French), each language had different subjects, but the main line of the magazine was religious and cultural.

The complete archive of Akleel Al-ward 1902-1908

History of the magazine

By Dr. Ibrahim Al-Allaf

It is not rare or strange that the people of Mosul established a newspaper, a magazine, a modern school or a modern press regarding the Arabic renaissance movement between the late 19th and early 20th century.

History of Mosul records that the first press in Iraq was the stone press of the Dominican Fathers that was established in Mosul in 1858. Soon they started to enlarge their press by adding Arabic, Syriac and French letters to it bought at the people’s press in Paris. They also added a forging technique for new letters and a department for book gilding and binding.

Many other presses followed, in 1863 Rafael Mazgi started the Chaldean press and  in 1910 Isa Mahfouz and Fathullah Sarsam established together the press of Nineveh. And so we find many presses in Mosul in early 20th century that participated in flourishing journalism that empowered the Arab renaissance.

“The Mosul Newspaper”, that started in June 1885, was the first newspaper in the city, followed by “Nineveh Newspaper” in July 1909 and “Al-Najah Newspaper” in November 1910. There was also a comic newspaper in Mosul called “Jeke-Baz” that started in June 1911. In this atmosphere the Dominican fathers started their “Akleel Al-ward” magazine in 1902, to be the first Iraqi magazine. The first edition had 20 pages that soon raised to 24-28 pages in (18 x 11.5 cm).

I was able to see the complete archive of the magazine at the monastery of Mar Bahnam in Mosul as I was writing my Master’s degree. The magazine was published in three languages, Arabic (650 editions), French (400 editions) and Syriac (350 editions). The Arabic, Syriac and French additions were not merely a translation of each other but each addition had different topics and articles.

Many editors contributed to the magazine, including Father Abdulahad Gourgi, Father Basil Bshouri and the writer Farajullah Kesbu. The articles varied between health, politics, social and cultural topics. They were interested in educating and counseling their readers, including the deployment of humanitarian character stories or publish words and wisdom aphorisms, e.g. (Do not delay the work of today to tomorrow) or (Do not use third parties to accomplish work that you can do by yourself) and (Don’t buy what you don’t need even if it was cheap) or (Don’t spend your share before it could be collected) and (count from 1 to 100 before you speak, if you were angry).

The magazine also published book reviews, like the review of (Answers to Grammatical questions) by Salim Hasson in February 1907and the review of the French novel (the death of Theseus) in March 1903.

The magazine was also concerned of presenting scientific topics to the readers, in November 1907, it wrote about the Daniel Comet, and a long article in October 1909 about the newest inventions says: (our time is the time of renaissance and innovations like the Telegraph, the Automobile, the Baloon or the new bicycles). The magazine wrote also about Oil and it`s importance and about journalism in France in which it said (in France there are 6866 newspapers in 1900, but many of them are not good from the ethical point of view).

The magazine had standard pages, like health, current news, and others for economic and political topics. The magazine appeared regularly for six years, the last edition was in December 1909.

Even if the magazine had some Christian standards and religious topics but it was a real mirror reflected news and events from the Iraqi society in a period were journalism was still crawling in Iraq.

Many thanks to all the people who established and published Akleel Al-ward for all their contribution to Iraqi culture and the city of Mosul.

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The Ishtar Gate

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The Ishtar Gate was the eighth gate to the inner city of Babylon. It was constructed in about 575 BCE by order of King Nebuchadnezzar II on the north side of the city. It was excavated in the early 20th century and a reconstruction using original bricks is now shown in the Pergamon Museum, Berlin.

History

Dedicated to the Babylonian goddess Ishtar, the gate was constructed using glazed brick with alternating rows of bas-relief mušḫuššu (dragons) and aurochs (bulls), symbolizing the gods Marduk and Adad respectively.

The roof and doors of the gate were of cedar, according to the dedication plaque.

The gate was covered in lapis lazuli, a deep-blue semi-precious stone that was revered in antiquity due to its vibrancy. These blue glazed bricks would have given the façade a jewel-like shine. Through the gate ran the Processional Way, which was lined with walls showing about 120 lions, bulls, dragons and flowers on enameled yellow and black glazed bricks, symbolizing the goddess Ishtar. The gate itself depicted only gods and goddesses. These included Ishtar, Adad and Marduk. During celebrations of the New Year, statues of the deities were paraded through the gate and down the Processional Way.

The gate, being part of the Walls of Babylon, was considered one of the original Seven Wonders of the World. It was replaced on that list by the Lighthouse of Alexandria from the third century BC.

Excavation and display

A reconstruction of the Ishtar Gate and Processional Way was built at the Pergamon Museum in Berlin out of material excavated by Robert Koldewey and finished in the 1930s. It includes the inscription plaque. It stands 14 m (46 ft) high and 30 m (100 ft) wide. The excavation ran from 1902 to 1914, and, during that time, 14 m (45 ft) of the foundation of the gate was uncovered.

An aurochs above a flower ribbon

Claudius James Rich, British resident of Baghdad and a self-taught historian, did personal research on Babylon because it intrigued him. Acting as a scholar and collecting field data, he was determined to discover the wonders to the ancient world. C.J. Rich’s topographical records of the ruins in Babylon were the first ever published, in 1815. It was reprinted in England no fewer than three times. C.J. Rich and most other 19th century visitors thought a mound in Babylon was a royal palace, and that was eventually confirmed by Robert Koldewey’s excavations, who found two palaces of King Nebuchadnezzar and the Ishtar Gate. Robert Koldewey, a successful German excavator, had done previous work for the Royal Museum of Berlin, with his excavations at Surghul (Ancient Nina) and Al-hiba (ancient Lagash) in 1887. Koldewey’s part in Babylon’s excavation began in 1899.

The method that the British were comfortable with was excavating tunnels and deep trenches, which was damaging the mud brick architecture of the foundation. Instead, it was suggested that the excavation team focus on tablets and other artefacts rather than pick at the crumbling buildings. Despite the destructive nature of the archaeology used, the recording of data was immensely more thorough than in previous Mesopotamian excavations. Walter Andre, one of Koldewey’s many assistants, was an architect and a draftsman, the first at Babylon. His contribution was documentation and reconstruction of Babylon. A small museum was built at the site and Andre was the museums first director.

One of most complex and impressive architectural reconstructions in the history of archaeology, was the rebuilding of Babylon’s Ishtar gate and processional way in Berlin. Hundreds of crates of glaze brick fragments were carefully desalinated and then pieced together. Fragments were combined with new bricks baked in a specially designed kiln to re-create the correct color and finish. It was a double gate; the part that is shown in the Pergamon Museum today is the smaller, frontal part. 

Parts of the gate and lions from the Processional Way are in various other museums around the world.

Ishtar gate, Pergamon Museum, Berlin

Only four museums acquired dragons, while lions went to several museums. The Istanbul Archaeology Museum has lions, dragons, and bulls. Ny Carlsberg Glyptotek in Copenhagen, Denmark, has one lion, one dragon and one bull. The Detroit Institute of Arts houses a dragon. The Röhsska Museum in Gothenburg, Sweden, has one dragon and one lion; the Louvre, the State Museum of Egyptian Art in Munich, the Kunsthistorisches Museum in Vienna, the Royal Ontario Museum in Toronto, the Metropolitan Museum of Art in New York, the Oriental Institute in Chicago, the Rhode Island School of Design Museum, the Museum of Fine Arts in Boston, and the Yale University Art Gallery in New Haven, Connecticut, each have lions. One of the processional lions was recently loaned by Berlin’s Vorderasiatisches Museum to the British Museum.

An Introduction To Sumerian History

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During the 5th millennium BC a people known as the Ubaidians established settlements in the region known later as Sumer; these settlements gradually developed into the chief Sumerian cities, namely Adab, Eridu, Isin, Kish, Kullab, Lagash, Larsa, Nippur, and Ur. Several centuries later, as the Ubaidian settlers prospered, Semites from Syrian and Arabian deserts began to infiltrate, both as peaceful immigrants and as raiders in quest of booty. After about 3250 BC, another people migrated from its homeland, located probably northeast of Mesopotamia, and began to intermarry with the native population. The newcomers, who became known as Sumerians, spoke an agglutinative language unrelated apparently to any other known language.

In the centuries that followed the immigration of the Sumerians, the country grew rich and powerful. Art and architecture, crafts, and religious and ethical thought flourished. The Sumerian language became the prevailing speech of the land, and the people here developed the cuneiform script, a system of writing on clay. This script was to become the basic means of written communication throughout the Middle East for about 2000 years.

The first Sumerian ruler of historical record, Etana, king of Kish (flourished about 2800 BC), was described in a document written centuries later as the „man who stabilized all the lands.“ Shortly after his reign ended, a king named Meskiaggasher founded a rival dynasty at Erech (Uruk), far to the south of Kish. Meskiaggasher, who won control of the region extending from the Mediterranean Sea to the Zagros Mountains, was succeeded by his son Enmerkar (flourished about 2750 BC). The latter’s reign was notable for an expedition against Aratta, a city-state far to the northeast of Mesopotamia. Enmerkar was succeeded by Lugalbanda, one of his military leaders. The exploits and conquests of Enmerkar and Lugalbanda form the subject of a cycle of epic tales constituting the most important source of information on early Sumerian history.

At the end of Lugalbanda’s reign, Enmebaragesi (flourished about 2700 BC), a king of the Etana dynasty at Kish, became the leading ruler of Sumer. His outstanding achievements included a victory over the country of Elam and the construction at Nippur of the Temple of Enlil, the leading deity of the Sumerian pantheon. Nippur gradually became the spiritual and cultural center of Sumer.

Enmebaragesi’s son Agga (probably died before 2650 BC), the last ruler of the Etana dynasty, was defeated by Mesanepada, king of Ur (fl. about 2670 BC), who founded the so-called 1st Dynasty of Ur and made Ur the capital of Sumer. Soon after the death of Mesanepada, the city of Erech achieved a position of political prominence under the leadership of Gilgamesh (flourished about 2700-2650 BC), whose deeds are celebrated in stories and legends.

Painting of Sumerian people bringing a gilded statue to their temple.

Sometime before the 25th century bc the Sumerian Empire, under the leadership of Lugalanemundu of Adab (flourished about 2525-2500 BC), was extended from the Zagros to the Taurus mountains and from the Persian Gulf to the Mediterranean Sea. Subsequently the empire was ruled by Mesilim (fl. about 2500 BC), king of Kish. By the end of his reign, Sumer had begun to decline. The Sumerian city-states engaged in constant internecine struggle, exhausting their military resources. Eannatum (fl. about 2425 BC), one of the rulers of Lagash, succeeded in extending his rule throughout Sumer and some of the neighboring lands. His success, however, was short-lived. The last of his successors, Uruinimgina (fl. about 2365 BC), who was noteworthy for instituting many social reforms, was defeated by Lugalzagesi (reigned about 2370-2347 BC), the governor of the neighboring city-state of Umma. Thereafter, for about 20 years, Lugalzagesi was the most powerful ruler in the Middle East.

By the 23rd century bc the power of the Sumerians had declined to such an extent that they could no longer defend themselves against foreign invasion. The Semitic ruler Sargon I (reigned about 2335-2279 BC), called The Great, succeeded in conquering the entire country. Sargon founded a new capital, called Agade, in the far north of Sumer and made it the richest and most powerful city in the world. The people of northern Sumer and the conquering invaders, fusing gradually, became known ethnically and linguistically as Akkadians. The land of Sumer acquired the composite name Sumer and Akkad.

The Akkadian dynasty lasted about a century. During the reign of Sargon’s grandson, Naram-Sin (r. about 2255-2218 BC), the Gutians, a belligerent people from the Zagros Mountains, sacked and destroyed the city of Agade. They then subjugated and laid waste the whole of Sumer. After several generations the Sumerians threw off the Gutian yoke. The city of Lagash again achieved prominence, particularly during the reign of Gudea (circa 2144-2124 BC), an extraordinarily pious and capable governor. Because numerous statues of Gudea have been recovered, he has become the Sumerian best known to the modern world. The Sumerians achieved complete independence from the Gutians when Utuhegal, king of Erech (reigned about 2120-2112 BC), won a decisive victory later celebrated in Sumerian literature.

One of Utuhegal’s generals, Ur-Nammu (r. 2113-2095 BC), founded the 3rd Dynasty of Ur. In addition to being a successful military leader, he was also a social reformer and the originator of a law code that antedates that of the Babylonian king Hammurabi by about three centuries (see Hammurabi, Code of). Ur-Nammu’s son Shulgi (r. 2095-2047 BC) was a successful soldier, a skillful diplomat, and a patron of literature. During his reign the schools and academies of the kingdom flourished.

Before the beginning of the 2nd millennium BC the Amorites, Semitic nomads from the desert to the west of Sumer and Akkad, invaded the kingdom. They gradually became masters of such important cities as Isin and Larsa. The resultant widespread political disorder and confusion encouraged the Elamites to attack (circa 2004 BC) Ur and to take into captivity its last ruler, Ibbi-Sin (r. 2029-2004 BC).

During the centuries following the fall of Ur bitter intercity struggle for the control of Sumer and Akkad occurred, first between Isin and Larsa and later between Larsa and Babylon. Hammurabi of Babylon defeated Rim-Sin of Larsa (r. about 1823-1763 BC) and became the sole ruler of Sumer and Akkad. This date probably marks the end of the Sumerian state. Sumerian civilization, however, was adopted almost in its entirety by Babylonia.